Fußball EM
Al-Kaida hat laut Polizeiangaben EM im Visier

Die Terror-Organisation Al-Kaida soll angeblich terroristische Anschläge bei der EM geplant haben. Das teilte die Schweizer Polizei am Donnerstag mit.

Die Terror-Organisation Al-Kaida soll angeblich terroristische Anschläge bei der Fußball-EM in der Schweiz und Österreich (7. bis 29. Juni) geplant haben. Das gehe aus Hinweisen auf islamistischen Internetseiten hervor, teilte die Schweizer Polizei am Donnerstag mit. Konkrete Hinweise habe man aber bislang nicht.

"Die Europameisterschaft ist in den Fokus des islamistischen Terrornetzwerkes gerückt", sagte Polizeisprecher Jürg Bühler der schweizerischen Tageszeitung La Liberte und fügte an: "Wir verfolgen die Situation genau."

Ähnliche Fälle schon 2004 und 2006

Der Sprecher verwies darauf, dass ähnliche Drohungen vor der Fußball-WM 2006 in Deutschland aufkamen. Konkret seien damals Angriffe auf Einrichtungen der Deutschen Bahn geplant gewesen, die aber letztendlich wegen der strengen Sicherheitsmaßnahmen durch die Behörden verhindert worden seien.

William Gaillard, Berater von Uefa-Präsident Michel Platini, sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Das sind konstante Bedrohungen gegen alle westlichen Länder. Wir werden alles Mögliche tun, um die Welt zu schützen."

Gleichzeitig gab Gaillard bekannt, dass es bereits vor dem Eröffnungsspiel der Europameisterschaft 2004 in Portugal Festnahmen von Mitgliedern islamistischer Vereinigungen gegeben habe. "Jeder von uns arbeitet daran, diese konstanten Bedrohungen zu beseitigen. Wir sind bei Großveranstaltungen immer besonders wachsam und arbeiten eng mit der Polizei zusammen", sagte der Uefa-Sprecher in Hinblick auf die EM in den Alpenrepubliken.

"Entwicklung der weltpolitischen Lage" spielt wichtige Rolle

"Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet", erklärte derweil Bühler. In einem Schreiben der Schweizer Polizei zu dem Thema heißt es, dass jedes große Ereignis wie eine Fußball-EM ein Ziel von Terrorakten sein könne. Bislang aber würde es noch keine konkreten Hinweise auf einzelne Gefahrenpunkte geben. Auch extremistische Gruppierungen, die Anschläge angekündigt hätten, habe man nicht identifizieren können.

"Es ist klar, dass die Entwicklung der weltpolitischen Lage in den nächsten Wochen auch Auswirkungen auf die Sicherheit in der Schweiz haben könnten", hieß es in dem Bericht weiter.

La Liberte wies darauf hin, dass Terror-Ankündigungen im Internet von Anhängern Osama bin Ladens zugenommen hätten. Die Schweiz könne auch deshalb zum Ziel von Anschlägen werden, weil es dort in jüngster Vergangenheit Widerstand gegen den Bau von Moscheen gegeben habe. Österreich käme in Frage, weil sich das Land an internationalen Militär-Truppen in Afghanistan beteilige.

© SID

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