Fußball EM
Basel bekommt zum Viertelfinale neuen Rasen

Nach zwei "Regenschlachten" hat der strapazierte Rasen im Baseler St. Jakob-Park ausgedient und wird zum Viertelfinalspiel zwischen Portugal und dem Zweiten der Gruppe B ersetzt.

Der nach zwei Regenspielen arg strapazierte Rasen im St. Jakob-Park in Basel wird nach einer Entscheidung der Europäischen Fußball-Union (Uefa) für das bevorstehende EM-Viertelfinale am kommenden Donnerstag (20.45 Uhr) zwischen Portugal und Deutschland, Österreich oder Polen ausgewechselt.

Besonders die Begegnung am vergangenen Mittwoch zwischen der Schweiz und der Türkei (1:2) hatte auf dem Spielfeld unübersehbare Spuren hinterlassen. Während der Partie hatte ein Wolkenbruch das Spielfeld in der ersten Halbzeit in eine "Seenplatte" verwandelt, weshalb die Verantwortlichen sogar kurz darüber nachgedacht hatten, die Begegnung wegen irregulärer Bedingungen in der Halbzeit abzubrechen. Nur die gute Drainage sorgte nach dem Ende des Regens für die Fortsetzung des vorentscheidenden Gruppenspiels.

Auch am Sonntag setzten vereinzelte Regenschauer dem Rasen zu. Am Sonntag gegen 23.00 Uhr fiel die Entscheidung der Uefa, das Grün kurzfristig und vollständig auszutauschen. Die Kosten der Aktion, 200 000 Euro, trägt die Uefa.

Unmittelbar nach der Entscheidung wurden noch in der Nacht 26 LKW aus den Niederlanden in Marsch gesetzt, um je 2,40 Meter breiten Rollrasen nach Basel zu bringen. Der alte Rasen wurde bis Montag, 10.00 Uhr, herausgeschält, mit der Verlegung des neuen soll am Nachmittag begonnen werden. Am Dienstagmittag soll der Rasen ausgerollt sein, so dass die Viertelfinalisten am Mittwoch ihr Abschlusstraining durchführen können. So weit die Theorie.

Für das Viertelfinalspiel am Donnerstag mit Abschlusstraining am Mittwoch wäre das ramponierte Grün zwar noch reparabel gewesen, da aber am 20. Juni ein weiteres Abschlusstraining und für den 21. Juni das zweite Viertelfinale ansteht, wäre eine reguläre Durchführung gefährdet gewesen. Für den 25. Juni ist zudem ein Halbfinale in Basel terminiert.

Van Basten findet Maßnahme "seltsam" und erinnert an Moskau

Kritik am neuen Grün aus Holland kam ausgerechnet vom niederländischen Bondscoach Marco van Basten. "Ich finde es seltsam, dass drei Tage vor einem Spiel der Rasen ausgetauscht wird", sagte der Europameister von 1988: "Ich habe das Champions-League-Finale in Moskau gesehen. Dort sind die Spieler auf dem neuen Rasen viel herumgerutscht. Das ist nicht gut für die Qualität des Fußballs."

Den Hinweis, vor der WM 2006 in Deutschland sei eine geplante Fifa-Gala im Berliner Olympiastadion abgesagt worden, weil der Weltverband befürchtet hatte, ein neuer Rasen sei innerhalb von fünf Tagen nicht bespielbar, konterte EM-Turniersprecherin Pascale Vögeli. Sie wies darauf hin, dass der jetzt ramponierte Rasen bereits am 30. April verlegt worden sei und am 2. Mai (FC Basel-FC Zürich in der Schweizer Super League) auf ihm bereits ein Fußballspiel stattgefunden habe. Es habe damals keine Probleme gegeben, deshalb werden auch bei der Euro keine Schwierigkeiten erwartet.

Angeblich muss der Rasen nicht mit dem Untergrund verwurzeln, sondern sich lediglich setzen - und das sei in zweieinhalb Tagen gewährleistet. Gleichwohl räumte Vögeli ein, dass es Katastrophenszenarien gebe, diese aber erst im Ernstfall veröffentlicht würden.

Auch bei der Weltmeisterschaft in Deutschland erwies sich die Rasenfrage plötzlich als das größte offensichtlich gewordene Problem. In Gelsenkirchen wurde der Rasen vor dem Viertelfinale zwischen auch damals Portugal und England in den Torräumen komplett ausgetauscht, an strapazierten Stellen wurde nachgebessert.

Gleiches passierte in Hamburg. Später wurden in Stuttgart (Strafräume) und München (Torräume) die Rasen ausgetauscht. Der damalige Vizepräsident des deutschen WM-OK's, Wolfgang Niersbach, hatte seinerzeit eingeräumt, die Beschaffenheit der Spielflächen sei nicht ideal.

In den EM-Stadien von Salzburg und Bern war der ursprüngliche Kunstrasen durch Naturrasen ersetzt worden. Dort hat es keine Probleme gegeben, denn der niedergegangene Regen war bei weitem nicht so stark wie in Basel.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%