Fußball EM
Berliner Fanmeile macht Tore dicht

Aufgrund des enormen Zuschauerandrangs hat das Public-Viewing-Areal vor dem Brandenburger Tor in Berlin seine Tore geschlossen. Knapp 600 000 Fans feiern auf der Fanmeile.

Die Berliner Fanmeile ist beim EM-Endspiel zwischen Deutschland und Spanien aus allen Nähten geplatzt. Insgesamt strömten etwa 600 000 Fans zum Public Viewing vor dem Brandenburger Tor und zelebrierten mit schwarz-rot-goldenen Fan-Utensilien Europas größte Fußball-Party, die Erinnerungen an das "Sommermärchen" der WM vor zwei Jahren weckte.

Aufgrund des regen Besucherandrangs hatte die Fanmeile bereits am frühen Sonntagabend ihre Tore geschlossen. Gegen 17.20 Uhr ließen die Ordnungskräfte keine Fans mehr auf das Areal. Tausende Anhänger blieben enttäuscht an den Eingängen zurück.

Bilanz vom Halbfinale übertroffen

"Wir konnten aus Sicherheitsgründen keine weiteren Leute aufnehmen. Es war rappelvoll", sagte Fanmeilen-Sprecherin Anja Marx. Die Zuschauerzahl übertraf noch einmal die Bilanz vom EM-Halbfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei, zu dem insgesamt etwa eine halbe Million Fans auf der Fanmeile weilten.

Die Polizei verzeichnete bis 21.45 Uhr lediglich 15 Festnahmen. Zehn Fans wurden wegen Körperverletzung in Gewahrsam genommen, jeweils zwei wegen fremdenfeindlicher Parolen und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt sowie einer wegen Bedrohung gegen einen Beamten. Ansonsten feierten die Anhänger ein friedlich-fröhliches Fußball-Fest. "Es gibt Krach, aber nur, weil die Leute so laut feiern", sagte Polizei-Sprecher Bernhard Schodrowski.

Insgesamt bot die Polizei 1 600 Beamte auf. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte der Hauptstadt durch Polizisten aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, von der Bundespolizei und von etwa 450 privaten Sicherheitskräften.

Für einen emotionalen Höhepunkt sorgte ein Deutschland-Fan am Nachmittag, als er unter dem Jubel Tausender seiner Freundin einen Heiratsantrag machte. Beide hatten sich bei der WM 2006 auf der Berliner Fanmeile kennengelernt.

"Alles sehr ruhig" in Wien

Die Wiener Polizei meldete unterdessen vor dem Endspiel ebenfalls keine besonderen Vorkommnisse. "Es ist alles sehr ruhig, überall gibt es friedliche Fanfeiern bei hohen Temperaturen", sagte Polizeioberst Christian Stella auf sid-Anfrage. Das Hanappi-Stadion als weitere Public-Viewing-Zone sollte bereits um 17.00 Uhr geöffnet werden.

Stella, der Pressesprecher der Wiener Polizei, zeigte sich verblüfft: "Endspiel, und im Grunde ist es der ruhigste Spieltag, den wir verbringen." Diese EM scheint eine EM der Völkerverständigung und der Freude zu sein. Fußball verbindet.

Auch dank des Flughafens. 280 Privatjets haben sich angesagt, 35 Charter-Maschinen. Die meisten Deutschen reisen mit dem Auto an. Zur Sicherheit waren 1 800 Polizisten und 2 500 Soldaten zusätzlich zum normalen Wiener Dienst eingesetzt. Sie sind glücklich, weil sie vom Nichtstun schwitzen dürfen. Stella: "Wir loben den Tag nicht vor dem Abpfiff. Aber im Moment ist es ein Fanfest." 40 000 Deutsche werden erwartet, 20 000 Spanier - aber nur jeweils 10 000 haben eine Eintrittskarte.

Überaus prominent besetzt war die Gästeliste beim EM-Endspiel. Neben Bundespräsident Horst Köhler und dem spanischen König Juan Carlos I. sitzen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Innenminister Wolfgang Schäuble, Verteidigungsminister Franz Josef Jung, Wirtschaftsminister Michael Glos und Umweltminister Sigmar Gabriel auf der Ehrentribüne.

Zu den VIP's im Ernst-Happel-Stadion zählen auch Filmschauspieler Harrison Ford, IOC-Präsident Jacques Rogge, Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher und Ex-US-Außenminister Henry Kissinger.

© SID

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