Fußball EM
Bilic hofft auf Unruhe beim Co-Gastgeber

Die aktuelle Unruhe im österreichischen Lager soll Kroatien in ihrem Auftaktspiel gegen den Co-Gastgeber am Sonntag ein Stück weit zum Erfolg verhelfen.

Kroatiens Nationalcoach Slaven Bilic ist vor dem Start ins EM-Turnier gegen Österreich am Sonntag in Wien (18.00 Uhr/live im ZDF) optimistisch. Die aktuelle Unruhe im Lager der Co-Gastgeber soll den "Feurigen" dabei zum Vorteil gereichen. "Ich glaube nicht, dass die Atmosphäre bei den Österreichern schlecht ist. Vielleicht haben sie aber ein paar kleinere Probleme, weil sie bereits länger als alle anderen Mannschaften zusammen sind, vielleicht zu lange", sagte Bilic am Donnerstagnachmittag im kroatischen EM-Quartier.

Im Kader Österreichs sorgten Disziplinlosigkeiten ebenso für Aufruhr wie die Vertagung der Entscheidung über die Torhüterfrage. Unabhängig von diesen Nebenschauplätzen habe er seine Mannschaft aber auf das Sportliche vorbereitet, meinte Bilic. "Wir haben alle möglichen Spielsysteme der Österreicher analysiert, und wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet", sagte er.

Bilic warnt vor Standards

Anders als Bilic hat sich Österreichs Nationaltrainer Josef Hickersberger noch nicht auf seine Anfangsformation festgelegt, Bilic erwartet aber ein 4-4-2. "Er hat uns gesagt, dass Österreich vor allem bei Standards gefährlich ist. Wir sind gewarnt", sagte Mittelfeldspieler Dario Srna über die jüngste Besprechung.

Für internen Ärger sorgte ein Foto des Ersatztorhüters Vedran Runje in der Boulevardzeitung 24 Sata. Das Paparazzo-Bild zeigt den Keeper des RC Lens, wie er auf dem Balkon seines Zimmers im Hotel der Kroaten in Bad Tatzmannsdorf genüsslich eine Zigarre raucht. Obwohl Runje gegen die teaminternen Regeln verstoßen hat, wird er wohl im Kader bleiben und mit einer Geldstrafe davonkommen. Trainer Bilic gilt nämlich ebenfalls als passionierter Raucher.

Coach will Druck von den Spielern nehmen

Bilic sorgte indes bereits am Mittwochabend prophylaktisch für ein Scheitern bei der EM vor. "Fußball ist unberechenbar", sagte er bei einer Ansprache vor einigen kroatischen Journalisten: "Es kann passieren, dass wir in der Vorrunde ausscheiden. Aber dann fordert bitte nicht die Köpfe der Spieler, sondern meinen Kopf!"

Co-Trainer Robert Prosinecki glaubt nicht, dass es schiefgehen wird, aber auch er warnte vor dem ersten Gegner. "Österreich kann bei der EM durchaus überraschen", sagte er der kroatischen Zeitung Jutarnji List.

Den größten Respekt hat der Ex-Profi aber vor Deutschland. "Es ist wie immer: Die Deutschen werden vor dem Turnier kritisiert, es heißt, sie wären nicht in Form. Aber wenn es losgeht, spielen sie fantastisch. Die Mannschaft hat große Qualität und eine besondere Mentalität, wodurch sie schwer zu schlagen ist", sagte Prosinecki.

© SID

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