Fußball EM
Cech mit entscheidendem Patzer gegen die Türken

Durch einen groben Patzer entschied Torhüter Petr Cech die Partie seiner Tschechen gegen die Türkei. Das 3:2 der Türken kurz vor Schluss besiegelt so das EM-Aus schon in der Vorrunde.

Der tschechische Weltklassetorhüter Petr Cech ist der Pechvogel der Saison. Im Champions-League-Finale hatte er mit dem FC Chelsea schon eine Hand am Pokal, bei der EM besiegelte er mit einem kapitalen Patzer das Vorrunden-Aus der Tschechen: Ausgerechnet der ansonsten so starke Keeper gab beim 2:3 (1:0) gegen die Türkei den sicheren Sieg buchstäblich aus der Hand.

Bis zur 87. Minte fehlerfrei

Der entscheidende Patzer unterlief ihm in der 87. Minute. Eine Hereingabe von Hamit Altintop wollte der 26-Jährige fangen, als ihm der nasse Ball aus den Fingern glitt. Nihat staubte zum 2:2 ab und besiegelte zwei Minuten später auch das endgültige EM-Aus der Tschechen.

"Ich war mir bei der Situation sicher, dass ich den Ball fangen würde. Ich habe auch keinen Gegenspieler gesehen, und dann tauchte auf einmal Nihat aus dem Nichts auf", schilderte Cech die Szene. Vorwürfe wollte ihm aber keiner machen. "Er hat schon so viele Tore für uns verhindert. Das ist Leben, das ist Fußball", meinte der Hamburger Bundesliga-Profi David Jarolim.

Auch mit Chelsea in letzer Minute verloren

Damit erlebte Cech innerhalb von wenigen Wochen seinen zweiten sportlichen Albtraum. Erst im Mai hatte er mit dem FC Chelsea bereits den Champions-League-Sieg vor Augen, ehe John Terry beim Elfmeterschießen ausrutschte und sich das Blatt zugunsten von Manchester United wendete.

"Dieser Tag war noch schmerzhafter, weil wir da schon im Endspiel standen und so dicht dran waren", sagte Cech, der mit Chelsea auch das Meisterschaftsfinale gegen Manchester verlor. So erlebte der Welttorhüter von 2005 auch die Schattenseiten des Fußballs, schloss einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft jedoch aus ("Es ist großartig für dieses Land zu spielen").

Rückkehr nach schlimmen Verletzungen

Dass er überhaupt noch im Tor stehen kann, war lange Zeit ungewiss. Beim Premier-League-Spiel gegen den FC Reading am 14. Oktober 2006 rammte der Ire Stephen Hunt sein Knie gegen den Kopf des Keepers. Cech erlitt einen Schädelbruch, kämpfte um sein Leben und später auch um die Fortsetzung seiner Karriere. Drei Monate später stand er wieder im Tor, und zwar mit einem maßgeschneiderten 80 Gramm schweren Rugby-Helm auf dem Kopf. Den Kopfschutz trägt er seitdem bei jedem Spiel.

© SID

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