Fußball EM
Dauerregen drückt auf EM-Stimmung

Bereits das WM-Finale im Jahr 1954 ging auch durch das schlechte Wetter in die Geschichte ein. Bei der EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz droht erneut Dauerregen.

Schon im legendären WM-Finale aus dem Jahr 1954 hieß es aus Bern: "Unaufhörlich prasselt der Regen hernieder". Nun droht auch bei der am Samstag beginnenden EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz schlechtes Wetter. Vor dem Eröffnungsspiel im Basler St. Jakob Park zwischen den Eidgenossen und Tschechien am Samstag (18.00 Uhr) drücken Dauerregen und Temperaturen unter 20 Grad deutlich auf die Stimmung - und die "Wetterfrösche" versprechen kaum Besserung.

Die Regenwahrscheinlichkeit soll auch am Wochenende bei 70 Prozent liegen. So sind die Euro-Regenschirme in den unzähligen Fanshops der acht EM-Städte die gefragtesten Utensilien. Gar nicht gut meint es das Wetter mit Österreich. In Wien und Teilen des Burgenlandes hat es mit 62 Litern pro Quadratmeter in den ersten vier Tagen des Monats schon mehr geregnet als gewöhnlich im ganzen Juni.

Sintflutartige Regenfälle haben die Trainingsplätze der deutschen Gruppengegner schon mehrfach unter Wasser gesetzt. Polen und Kroatien mussten bereits eine Einheit komplett absagen, die Österreicher trainieren meist nur auf dem Nebenplatz. "Natürlich spielt das Wetter eine Rolle, weil der Platz so nass ist, dass der Ball oft in Pfützen stecken bleibt", sagte ein frustrierter ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger.

Löw: "Mir ist das Wetter lieber als 30 Grad"

Regen gehört auch zum Programm der deutschen Nationalmannschaft am schönen Lago Maggiore, wo die Badesaison erst einmal unterbrochen ist. Für Bundestrainer Joachim Löw ist das aber kein Problem: "Mir ist das Wetter lieber als 30 Grad, wenn man in der prallen Sonne trainieren muss."

Diese Sorge hat Löw in den kommenden Tagen nicht. "Immer wieder einsetzender Regen, der zum Teil gewitterartig niedergehen kann. Auch für den Wochenbeginn sehe ich schwarz. Wir müssen weiter mit feuchtem Wetter rechnen", kündigte Herbert Gmoser von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Wiener Hohen Warte an. In der Schweiz ist es nicht gar so schlimm, doch Meteoschweiz prophezeit auch für die kommenden Tage "einen Mix aus Sonne und Regen".

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat derweil schon einen Notfallplan aufgestellt. Sollte ein Schiedsrichter das Spielfeld in einem Euro-Stadion für unbespielbar erklären, wird die Partie am folgenden Tag neu angesetzt. Muss ein Spiel abgebrochen werden, kommt es 24 Stunden später zum Wiederholungsspiel.

Jeder dritte Schweizer kann mit dem Turnier nichts anfangen

"Wir können viel beeinflussen, das Wetter zum Glück nicht. Das Wetter wird sich analog zur Stimmung im Verlauf des Turniers steigern", sagte der Schweizer Turnierdirektor Christian Mutschler voraus. Das ist aber auch nötig. In einer jüngsten Umfrage freuen sich nur 43 Prozent der Schweizer auf die EM, jeder Dritte kann mit dem Turnier nichts anfangen.

Dabei ist alles hergerichtet. In den EM-Städten sind die Fanmeilen aufgebaut, die 5 000 Volunteers sind bereits im Einsatz, und auch in puncto Sicherheit scheinen die Gastgeber vorbereitet zu sein. Über 40 000 Polizisten werden während des drittgrößten Sportereignisses der Welt im Einsatz sein. Dabei werden auch deutsche Sicherheitskräfte den Kollegen helfend zur Seite stehen. Kampfjets überwachen zudem während der Spiele den Luftraum.

So steht zumindest rein organisatorisch dem Eröffnungsspiel nichts mehr im Weg. Mit einer 13-minütigen Feier wollen sich Österreich und die Schweiz auf außergewöhnliche, aber auch traditionelle Weise vorstellen. Und die Veranstalter hoffen, dass von Basel aus die Euphorie ähnlich wie in Deutschland vor zwei Jahren entfacht werden kann. Damals herrschte übrigens auch eine Woche vor dem Turnier noch Weltuntergangswetter.

© SID

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