Fußball EM
Luca Toni: "Es ist einfach schlecht gelaufen"

Weltmeister 2006, eine Traumsaison mit 39 Pflichtspieltoren bei Bayern München, aber nun ohne eigenen Treffer bei der EM ausgeschieden: Luca Toni ist der Pechvogel der Italiener.

Er kam als Torschützenkönig der Bundesliga und ging als "Toni torlos", er kam als Topfavorit auf die Torjägerkrone der Euro 2008 und ging leer aus: Bayern Münchens Klassestürmer Luca Toni steht als die Symbolfigur des vorzeitigen Scheiterns von Weltmeister Italien im Viertelfinale der EM gegen Spanien.

Die Turnier-Bilanz des 31-Jährigen ist desaströs. Toni gab 14 Schüsse ab, traf aber nur zweimal auf das Tor: kein anderer Angreifer ging bei der Euro derart fahrlässig mit seinen Chancen um. Am Ende hatte er sich 390 Turnierminuten lang vergeblich bemüht, für Italien hat Toni nun schon seit 536 Minuten nicht mehr "genetzt".

"Es ist einfach schlecht gelaufen"

"Toni ist nicht mehr der Meister, der die Abwehr des Gegners vernichtet. Er wirkte schwerfällig und unbeholfen", ätzte das Blatt Tuttosport. Toni gab sich reumütig. "Es tut mir Leid, dass ich kein Tor geschossen habe, es ist einfach schlecht gelaufen", sagte er. Dabei hatte er alles versucht, sich gar einen Schnurrbart wachsen lassen, um die gegnerischen Abwehrspieler zu verunsichern.

Doch auch im Viertelfinale gegen Spanien (0:0 n.V. 2:4 i.E.) gab er eine unglückliche Figur ab. Toni stand zweimal im Abseits, hüpfte an mehreren Flanken vorbei, köpfte aus aussichtsreicher Position seinen Gegenspieler an - und stahl Fabio Grosso in der 83. Minute die beste Torchance des Spiels, als er dem Außenverteidiger den Ball übereifrig wegnahm.

Und sonst? Hier die Frisur geordnet, dort ein Schlendern durch den Mittelkreis - und immer wieder das so typische Lamentieren mit dieser unnachahmlichen Geste: Die Finger der rechten Hand zum Daumen geführt, wedelte Toni unablässig vor seinem schmerzverzerrten Gesicht herum. Die Leiden des alten Luca.

Italiens Altstar Riva verteidigt Toni

Er habe doch in der Vorrunde seinen Beitrag zum Weiterkommen geleistet, konterte Toni die Kritik. Italiens Stürmer-Idol Gianni Riva gab ihm Recht. "Gegen Rumänien hat ihm der Schiedsrichter ein Tor gestohlen. Gegen die Franzosen hat er die Rote Karte für Eric Abidal und somit den Elfmeter zum 1:0 herausgeholt. Das zählt so viel wie drei eigene Treffer", sagte der Alt-Internationale.

Den verhinderten Angreifer Toni wird das kaum trösten. Er ist nach Karl-Heinz Rummenigge (1984) und Fredi Bobic (1996) der dritte Bundesliga-Spieler, der als Torschützenkönig zur EM reiste und dort keinen Treffer erzielt hat. "Mein Schmerz darüber, dass ich kein Tor geschossen habe, ist nicht so stark wie der Schmerz darüber, dass wir ausgeschieden sind", sagte er traurig.

Jürgen Klinsmann wird wohl große Mühe haben, den geknickten Helden wieder aufzurichten.

© SID

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