Fußball EM
Nacht in Wien verläuft überwiegend ruhig

Nach dem 1:0-Sieg Deutschlands gegen Österreich ist es in der Nacht in Wien ruhig geblieben. "Wir können sehr zufrieden sein", so Polizeisprecher Walter Hladik.

Als um 22.36 Uhr der 1:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Prestigeduell gegen EM-Gastgeber Österreich und der Viertelfinal-Einzug perfekt war, wurden wieder Erinnerungen an das Sommermärchen 2006 wach. In allen großen deutschen Städten feierten die Fans riesige schwarz-rot-goldene Partys, die diesmal tief in der Nacht auch weitgehend friedlich zu Ende gingen. Für die Negativschlagzeilen sorgten diesmal österreichische Hooligans, die im Spielort Wien deutsche Fans angriffen.

Das besonnene, aber konsequente Eingreifen von Sondereinsatzkräften bei dem Zwischenfall in der Judengasse verhinderte allerdings Schlimmeres. Bei insgesamt 200 000 Fußball-Fans in der österreichischen Hauptstadt verzeichnete die Polizei allerdings lediglich 23 Festnahmen (21 österreichische, ein deutscher und ein polnischer Staatsbürger) und zog deswegen ein positives Sicherheitsfazit. "Mit dieser Zahl können wir sehr zufrieden sein", sagte Polizeisprecher Walter Hladik.

Tragischer Zwischenfall auf Fanmeile

Einen tragischen Zwischenfall in der Fanmeile trübte allerdings die Stimmung. Vor der Bühne des Heldenplatzes erlitt eine Österreicherin einen Kreislaufzusammenbruch und Atemstillstand. Die 20-Jährige wurde zwar noch auf der Fanmeile wiederbelebt, verstarb jedoch in der Nacht im Krankenhaus.

Die Wiener Fanzone war mit 75 000 Fans schon etwa eine Stunde vor dem Anpfiff komplett gefüllt gewesen und daraufhin für weitere Besucher gesperrt worden. Diese wurden dann ins Gerhard-Hanappi-Stadion umgeleitet, wo 13 200 Zuschauer das Spiel verfolgten.

Auch in Klagenfurt feierten die 70 000 Fans nach dem 1:0-Sieg der Kroaten gegen Polen bei lediglich elf Festnahmen größtenteils friedlich. Die Polizei konnte eine brenzlige Situation deeskalieren, als 20 kroatische Anhänger versuchten, mit Feuerwerkskörpern polnische Fans zu attackieren.

Insgesamt fieberten in ganz Österreich etwa 600 000 Fans auf öffentlichen Plätzen und in Kneipen mit, die Enttäuschung über das Ausscheiden entlud sich nur ganz vereinzelt in Gewalt. "Diese Dimension sprengt alles, was wir bisher kannten", sagte Heinz Palme, EM-Koordinator der Bundesregierung: "Die österreichische Mannschaft hat sich zwar verabschiedet, aber Österreich bleibt bis zum 29. Juni als Festbühne erhalten."

In Deutschland legten derweil Autokorsos und Ansammlungen feiernder Fans zeitweise den Verkehr lahm, zu Ausschreitungen kam es selten. Die Berliner Polizei vermeldete insgesamt 22 Festnahmen, die Kollegen aus München neun. In Hamburg und Frankfurt/Main, wo die Sicherheitskräfte zuletzt mehrfach hatten eingreifen müssen, blieb diesmal alles ruhig - allerdings nur aus sicherheitstechnischer Sicht.

© SID

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