Fußball EM
Niko Kovac: "Wir müssen auf dem Teppich bleiben"

Nach dem Sieg gegen die DFB-Auswahl war die Freude bei der kroatischen Nationalmannschaft groß. Auch Kapitän Niko Kovac zeigt sich zufrieden, mahnt aber zur Besonnenheit.

Nach dem Sieg der kroatischen Nationalmannschaft gegen die DFB-Auswahl und dem damit verbundenen Einzug ins Viertelfinale äußert sich Kroatiens Kapitän Niko Kovac im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst zum Stellenwert des Sieges und den Ambitionen der Mannschaft.

sid: "Niko Kovac, nach dem 2:1-Erfolg gegen Deutschland und dem anschließenden 1:1 der Österreicher gegen Polen hat sich Kroatien als Gruppenerster für das Viertelfinale qualifiziert. Geht das kroatische Team mit Ihnen als Kapitän jetzt als Mitfavorit in die K.o.-Runde?"

Niko Kovac: "Beim ersten Spiel gegen Österreich hat der Computer noch gestreikt. Da war der Druck einfach sehr hoch, die Beine wurden schwer und wir hatten Angst, dass wir nicht gewinnen. Gegen Deutschland haben wir aber ein ganz starkes Spiel gemacht und unser großes Potenzial offenbart. Dennoch hilft es uns nicht, jetzt vom Finale zu reden. Wir müssen auf dem Teppich bleiben. Aber der Trainer, mein Bruder und ich werden schon dafür sorgen, dass keiner anfängt zu spinnen."

sid: "Welche Bedeutung hatte der Sieg gegen Deutschland für Sie als gebürtigen Berliner?"

Kovac: "Dass der Erfolg gegen Deutschland für mich und meinen Bruder etwas ganz Besonderes ist, kann sich ja jeder vorstellen. Vor allem freut es mich für meinen Bruder Robert, der wieder eine starke Leistung gezeigt hat. Es hieß ja in der vergangenen Saison in Deutschland immer, er sei zu langsam. Das zu lesen, hat mir sehr weh getan. Gegen Deutschland hat er das Gegenteil bewiesen und die Kritiker zum Schweigen gebracht."

sid: "Auffallend war nicht nur die Leistung der Abwehr. Offensichtlich war auch, die Überlegenheit der Kroaten im Mittelfeld. Waren die Deutschen am Donnerstag so schwach oder die Kroaten so stark?"

Kovac: "Nach unserem Sieg gegen Österreich konnten wir ohne Druck aufspielen. Deshalb hatten wir im zweiten Spiel auch so eine große Ruhe am Ball. Es lag an uns, dass die Deutschen sich im Mittelfeld nicht entfalten konnten. Unsere Gegner sind immer nur so gut, wie wir es zulassen. Und gegen Deutschland haben wir kaum etwas zugelassen. Das zeigt ja auch das Chancenverhältnis."

sid: "Als Gruppenerster können Sie entspannt in das letzte Spiel gegen Polen gehen. Zudem gehen die Kroaten wohl einem Duell mit EM-Favorit Portugal aus dem Weg. Wie Sehen Sie die Ausgangslage der "Feurigen" für das Viertelfinale."

Kovac: "Wenn wir im Viertelfinale den Portugiesen zunächst aus dem Weg gehen, ist das natürlich nicht schlecht. In unserer jetzigen Verfassung müssen wir aber niemanden fürchten. Viel wichtiger ist, dass wir als Gruppenerster nicht umziehen müssen und weiter in unserem Quartier bleiben können. Zudem haben wir einen Tag mehr Pause, als wenn wir Zweiter in der Gruppe geworden wären. Wir sind alle sehr zufrieden."

© SID

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