Fußball EM
Österreich vertagt Torhüterentscheidung

Nationaltrainer Josef Hickersberger hat sich noch immer nicht festgelegt, ob Jürgen Macho oder Alex Manninger bei der EM das Tor der österreichischen Mannschaft hüten wird.

Aufgrund von mannschaftsinternen Disziplinlosigkeiten müssen die beiden Keeper der österreichischen Nationalmannschaft weiter auf ihre Nominierung zur Nummer 1 warten. Weil die Konzentration einiger Spieler zu wünschen übrig lasse, wolle er sich erst unmittelbar vor dem ersten EM-Gruppenspiel am Sonntag in Wien gegen Kroatien auf einen Stammtorhüter festlegen, sagte Nationaltrainer Josef Hickersberger am Mittwoch.

Alex Manninger und Jürgen Macho warteten vergeblich auf das Urteil: "Ich habe die Entscheidung vertagt, weil die Torhüter unser geringstes Problem sind", sagte Hickersberger. Stattdessen mache er sich Sorgen wegen der mangelnden Konzentration innerhalb der Mannschaft. Einige Spieler seien beim jüngsten Training "nicht mehr so bei der Sache gewesen wie in den Tagen zuvor", dazu sei ein Feldspieler zu spät zu einer Besprechung gekommen.

"Es war für mich an der Zeit, die Mannschaft wachzurütteln. "Wehret den Anfängen", heißt es im Sprichwort. Das war jetzt das Wichtigste, weil wir sonst am Sonntag ein Problem hätten. Ich möchte im Training wieder mehr Feuer sehen", sagte der Trainer.

Die Torhüter sehen darin kein Problem, dass sie weiter um ihren Platz kämpfen müssen. Während Macho sich nicht äußern wollte, sagte Manninger: "Der Teamchef hat die Entscheidung vertagt, darüber gibt es in der Mannschaft keine Diskussion. Wenn er seine Entscheidung trifft, wird sie zu hundert Prozent richtig sein."

Hickersberger droht den Sündern

Den Namen des Zuspätgekommenen wollte Hickersberger unterdessen nicht preisgeben, er drohte dem "Sünder" jedoch: "Wenn das noch einmal vorkommt, hat er nur noch eine sehr geringe Chance zu spielen." Zudem muss der betroffene Spieler eine Summe in nicht genannter Höhe in die Mannschaftskasse bezahlen.

Die Torhüter verhielten sich dagegen tadellos, meinte "Hicke". "Sie waren von den Disziplinlosigkeiten nicht betroffen. Beide sind konzentriert, beide haben mein Vertrauen, beide haben ihre Stärken bewiesen und gezeigt, dass sie die Nummer 1 sein können", sagte er. Manninger und Macho sollen am Samstagabend vor dem Spiel gegen Kroatien informiert werden, ob sie bei der EM für Österreich halten dürfen. Die Öffentlichkeit erfahre erst unmittelbar vor der Partie von der Entscheidung.

Hickersberger glaubt nicht, dass sein Zögern für Unruhe sorgen wird, sie verunsichere vielmehr den Gegner: "Wir sind der krasseste Außenseiter. Wir geben die Aufstellung vorab nicht bekannt, jetzt geben wir nicht einmal den Torhüter bekannt."

Von Verunsicherung war bei Auftaktgegner Kroatien am Mittwoch allerdings nichts zu spüren, stattdessen kritisierte Trainer Slaven Bilic genüsslich Hickersbergers Vertagungspolitik. "Ich habe zwar großen Respekt vor ihm, aber ich würde es anders machen. Ich glaube, dass ein Torwart Selbstvertrauen braucht - und so bekommt er es sicher nicht", sagte Bilic.

© SID

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