Fußball EM
Sammer: "Auch Ballack hat zu wenig abgezogen"

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat das Fehlen von Spielerpersönlichkeiten bei der EM beklagt. "Der Fußball der Zukunft muss von Figuren geprägt sein", so der 40-Jährige.

Bei der EM in Österreich und der Schweiz gab es laut Sportdirektor Matthias Sammer vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) keine Führungsspieler auf dem Platz. Im kicker sagte Sammer, Akteure mit herausragenden Fähigkeiten, die ein Spiel prägen könnten, habe er "zu wenig gesehen", und forderte als Konsequenz: "Der Fußball der Zukunft muss von Figuren geprägt sein."

Europameister Spanien sei ein Beispiel dafür, wie wichtig Persönlichkeiten auf dem Feld sind. Man dürfe nicht glauben, die Iberer hätten nur wegen ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit gewonnen, so der 40-Jährige: "Spanien vereinte alle wichtigen Kriterien am besten, dieses Team wirkte homogen, kompakt und wurde durch Persönlichkeiten geführt." Zu den Persönlichkeiten zählte Sammer die "Achse" mit Torwart Iker Casillas, Abwehrchef Carles Puyol und den Mittelfeldspielern Marcos Senna, Xavi und Andres Iniesta.

Vize-Europameister Deutschland habe viele gute Qualitäten gezeigt, die aber gegen Spanien nicht zum Tragen kamen. Wie 2006 sei das Team unter die ersten Vier und sogar ins Finale gekommen. "Das ist keinem der anderen drei europäischen WM-Halbfinalisten gelungen", so Sammer.

"Unser Weg, unser Konzept wurde bestätigt"

Im Gegensatz zu Spanien waren die Portugiesen in den Augen Sammers "defensiv anfällig, zum Teil undiszipliniert". Eine Führung habe es dort nicht gegeben, jeder wollte für sich glänzen. Überraschend sei das frühe Aus für "Vorrunden-Europameister" Niederlande gewesen.

Dass bei der EM nur fünf Treffer aus Fernschüssen resultierten, war für Sammer keine Überraschung. "Viererketten und zum Teil noch eine Viererkette davor lassen Schüsse aus der zweiten Reihe selten zu", sagte Sammer. Kaum ein Spieler habe den Fernschuss beherrscht, nehme man das Freistoß-Tor von Michael Ballack gegen Österreich aus. "Aber auch Ballack hat zu wenig abgezogen", sagte der Europameister von 1996.

Bei Flanken sei Sammer der Russe Jurij Schirkow aufgefallen, aber auch Lukas Podolski habe zwei Tore mit flachen Hereingaben vorbereitet. Verbesserungen seien unbedingt im Kopfballspiel nötig. "Wir werden im unteren Bereich wieder das Pendel einführen", sagte der ehemalige Bundesliga-Trainer.

Sammer kündigte an, das sämtliche EM-Fakten noch detailliert ausgewertet werden müssten, sagte aber auch: "Unser Weg, unser Konzept wurde bestätigt."

© SID

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