Fußball EM
Spanien auf dem Weg zur "Endstation" Viertelfinale

Die spanische Nationalelf kann heute mit einem Sieg gegen Schweden schon ins EM-Viertelfinale einziehen. Allerdings war seit 1984 die Runde der letzten Acht Endstation.

Spaniens Nationalmannschaft will bei der Europameisterschaft endlich den "EM-Fluch" besiegen und bei einem großen Turnier erstmals seit der Euro 1984 das Viertelfinale überstehen. Dazu bedarf es allerdings zunächst eines Sieges heute in Innsbruck gegen Schweden (18.00 Uhr/live in der ARD). Sollte die "Seleccion" nach ihrem 4:1-Auftakttriumph über Russland gegen die Skandinavier nachlegen, könnte das schon den Einzug in die Runde der letzten Acht bedeuten.

"Zunächst müssen wir die Vorrunde überstehen. Aber dann wollen wir natürlich endlich auch im Viertelfinale mal gewinnen", sagt Nationaltrainer Luis Aragones: "Ich kann unseren Fans versprechen, dass meine Mannschaft dieses Turnier um jeden Preis gewinnen will. Schon die Schweden werden uns das Leben aber sehr schwer machen. Besonders bei Kontern sind die brandgefährlich."

Trainer Aragones: "Für Euphorie gibt es keinen Grund"

Die Fans scheinen dem Braten trotz des starken EM-Beginns ohnehin noch nicht ganz zu trauen. Einige zeigten sich in den vergangenen Tagen zumindest humorvoll. "Uns doch egal, gegen wen wir im Viertelfinale verlieren", prangte auf ihren T-Shirts. Doch der glanzvolle Auftritt gegen die Russen und die Top-Form von Dreierpack-Schütze David Villa geben Anlass zur Hoffnung. "Der gute Start hilft uns, aber bisher haben wir nichts erreicht. Für Euphorie gibt es keinen Grund", erklärt Aragones.

Die Mannschaft scheint noch keinen Gedanken an den ominösen Viertelfinal-Fluch zu verschwenden und konzentriert sich allein auf das zweite Gruppenspiel. "Das ist momentan alles, was zählt. Es wird ein ganz schwieriges Spiel. Die Schweden verfügen über sehr schnelle und kraftvolle Stürmer. Besonders Zlatan Ibrahimovic müssen wir so weit wie möglich vor unserem Tor stoppen", meint Linksverteidiger Joan Capdevila.

Beide Mannschaften kennen sich - sie standen sich schon in der Qualifikation gegenüber. Personell hat Aragones eigentlich keinen Grund, die Startelf aus dem Spiel gegen Russland zu verändern. Auch der vermeintliche Streit mit Starstürmer Fernando Torres, der dem Coach nach seiner frühen Auswechslung gegen Russland den Handschlag verweigert haben soll, ist abgehakt. "Ich war einfach sauer auf mich selbst und würde meinem Trainer niemals mit so wenig Respekt begegnen", sagt Torres.

Schweden von Verletzungssorgen geplagt

Die zum Auftakt mit 2:0 gegen Griechenland erfolgreichen Schweden, die mit einem Sieg gegen Spanien ebenfalls die Viertelfinalteilnahme schon vorzeitige perfekt machen könnten, sind hingegen zum Umbau gezwungen. Für Mittelfeldspieler Christian Wilhelmsson (Oberschenkelverletzung) ist das Turnier bereits beendet, Abwehrspieler Niclas Alexandersson muss aufgrund einer Wadenverletzung zumindest gegen die Iberer passen. Im Lager der Tre Kroner gibt man sich entsprechend zurückhaltend.

"Spanien ist der Favorit. Sie spielen technisch auf sehr hohem Niveau und werden uns nicht viele Chancen lassen. Wir müssen geduldig agieren", meint Nationaltrainer Lars Lagerbäck. Zumindest hat Ibrahimovic, der trotz leichter Knieprobleme auch gegen Spanien auflaufen wird, mit dem Treffer gegen die Griechen seine persönliche Torflaute nach 1 111 erfolglosen Minuten im Auswahltrikot beendet. Der Respekt vor der Seleccion ist trotzdem ungebrochen.

"Hätten einige spanische Ersatzspieler einen schwedischen Pass, wären sie bei uns Stammspieler", sagt Lagerbäck, gibt sich aber optimistisch: "In der Qualifikation haben wir bewiesen, dass wir gegen sie gewinnen können." 2:0 hieß im Oktober 2006 in Stockholm. "Wir sind also gewarnt", verspricht Capdevila, dessen Team das Rückspiel im vergangenen November allerdings souverän mit 3:0 für sich entschieden hatte, und betont: "Jetzt wollen wir so schnell wie möglich ins Viertelfinale." Dort müssten neben einem starken Gegner auch ein Fluch bezwungen werden.

© SID

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