Fußball EM
Spionieren, studieren, genießen

Bayern Münchens neuer Cheftrainer Jürgen Klinsmann hat seine Sommer-Pläne noch nicht offenbart - viele seiner Bundesliga-Kollegen haben für die kommenden Wochen Reisen nach Österreich und in die Schweiz hingegen fest gebucht. Bei der Fußball-Europameisterschaft wollen die Übungsleiter der deutschen Eliteklasse dicht am Ort des Geschehens sein. Spionieren, studieren, genießen - so lautet dabei das Motto.

dpa BASEL. "Ich fahre hin, um guten Fußball zu sehen und vielleicht das eine oder andere taktisch Neue mitzunehmen, wenn es das denn gibt", sagte Karlsruhes Edmund Becker in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Grund genug, die Sommerferien in den Alpenländern zu verbringen, haben die Bundesliga-Coaches. 57 Profis aus der deutschen Eliteklasse tummeln sich in den 16 Mannschaften beim internationalen Saisonhöhepunkt. Keine Liga Europas stellt mehr Vertreter. Besonders Klinsmann könnte viel von seinem kickenden Personal betrachten: Gleich neun seiner neuen Schützlinge sind in der Schweiz und Österreich im Einsatz. Auch für Bremens Thomas Schaaf (8) und Hamburgs neuen Coach Martin Jol (6) würde sich die Reise bei einer Quote von mindestens einem halben Dutzend Spielern lohnen.

Ganz so bierernst wird der Trip zum Turnier aber nicht grundsätzlich genommen. Eintracht Frankfurts Friedhelm Funkel macht Urlaub in den Bergen und will sich "das eine oder andere Spiel vor Ort angucken". Hannovers Dieter Hecking hat Tickets für alle drei Vorrunden-Spiele in Klagenfurt mit der DFB-Elf und der Partie zwischen Polen und Kroatien. "Danach muss ich die weitere Urlaubsplanung mit der Familie absprechen", sagte er. Bochums Marcel Koller will sich gezielt die Spiele seiner Schweizer Landsmänner anschauen. "Den Rest genieße ich in Ruhe vor dem TV."

Auch Felix Magath macht sich keinen EM-Reisestress. "Ich war - außer als Spieler - selten bei großen Turnieren dabei. Natürlich werde ich das Turnier ausführlich am Fernseher verfolgen und ansonsten unsere Saisonvorbereitung beim VfL Wolfsburg vorantreiben", sagte er. Borussia Dortmunds neuer Trainer Jürgen Klopp wird letztmals als ZDF-Experte agieren und die EM von der Seebühne des Senders in Bregenz verfolgen.

Mögliche Neueinkäufe zu Schnäppchenpreisen wird es bei der EM ohnehin kaum geben. So sind auch die Bundesliga-Manager nicht auf Einkaufstour. Andreas Müller (Schalke) will kurzfristig planen und Rolf Dohmen (KSC) will bei einem Vier-Tage-Städtetrip nach Wien das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Klinsmanns Vorgänger Ottmar Hitzfeld hat da ein ganz anderes Interesse, ganz nah beim EM-Turnier dabei zu sein. Als künftiger Schweizer Nationalcoach beobachtet der Meistertrainer schon jetzt intensiv die Partien der Eidgenossen.

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