Fußball EM
Traumquoten für Österreich, DFB-Elf ist Favorit

EM-Gastgeber Österreich gilt als Außenseiter. Entsprechend hoch sind die Wettquoten: 1 000 Euro würden bei drei Vorrunden-Siegen 100 000 Euro einbringen. Deutschland ist Favorit.

Josef Hickersberger gilt als skeptischer Mensch. Als der Trainer der österreichischen Auswahl jedoch von der Wettquote hörte, vergaß er dies für einen Moment. "Über 100?", fragt der 60-Jährige mit großen Augen, "da setz" ich 1 000 Euro!" Sollte sein Team alle drei Spiele in der Vorrunde der Fußball-EM gewinnen, wäre "Hicke" aufgrund seiner Wette um über 100 000 Euro reicher.

Wie Hickersberger erhoffen sich Millionen Risikofreudige von der Endrunde saftige Gewinne, vor der EM blüht die Phantasie der Wetter. So verrückt, auf einen Durchmarsch des Co-Gastgebers zu setzen, sind allerdings nur wenige. Die "Ösis" sind der krasseste Außenseiter der EM-Geschichte: Von den Dutzenden Wettanbietern gibt keiner eine Quote von unter 80:1 für deren EM-Sieg an, bei vielen "Bookies" liegt der EM-Debütant jenseits der Marke 100:1.

"Es wäre schon sehr mutig, auf Österreich zu setzen", sagt bwin-Sprecher Kevin O"Neal. Auch die Kollegen von Admiral zweifeln an den rot-weiß-roten Kickern. "Wir trauen den Österreichern vor allem von der Fitness her keine drei Überraschungen zu. Doch wir würden uns trotzdem freuen, wenn der Teamchef seine Wette gewinnt", sagt Geschäftsführer Jürgen Irsigler.

Topfavorit Deutschland

Außenseitertipps können sich aber auch lohnen. 2004 räumte ein englischer Glückspilz dank Griechenland 458 500 Euro ab. Topfavorit 2008 ist "die Turniermannschaft Deutschland" (O"Neal). Das Team von Joachim Löw liegt bei fast allen Buchmachern vorne - die Quote ist bei Werten von 4:1 bis 5:1 aber recht mickrig.

Wie hoch ein Team eingeschätzt wird, hängt von drei Faktoren ab: Vom Kundenverhalten, Mathematik (bwin schüttet etwa 92 Prozent der Einsätze wieder an die Kunden aus) und Fachwissen. "Das geht bis hin zu Fragen wie: "Wer hat Probleme mit der Freundin?" Oder: "Wessen Mutter ist krank?"", sagt O"Neal.

Bei fast allen Wettbüros kann man live auf Spiele setzen, dem Einfallsreichtum sind keinerlei Grenzen gesetzt. Vor allem bei Intertops in Salzburg war wohl ein Scherzkeks am Werk - das legen folgende Szenarien nahe: Deutschland schlägt im Finale Italien und Papst Benedikt XVI. singt "We are the champions" - 666:1. Löws Elf verliert am 16. Juni gegen Österreich und Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt ab - 1 500:1. Der größte Gewinn bei einer Einzelwette - 2 800 für einen Euro - winkt, wenn Deutschland den Titel holt und Finanzminister Peer Steinbrück für einen Tag alle Steuern erlässt.

Wettpolizei soll Betrug verhindern

Um Manipulationen jedweder Art auszuschließen haben sich elf internationale Anbieter zur European Sports Security Association (Essa) zusammengeschlossen. Als eine Art Wettpolizei soll diese sicherstellen, dass Betrugsversuche möglichst früh erkannt und die entsprechenden Wetten dann unverzüglich vom Markt genommen werden.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) ermittelt gemeinsam mit der norwegische Firma Market Monitor und deren Plattform betradar auf ähnliche Weise. Auffällige Veränderungen bei den Quoten von 174 Buchmachern werden kontrolliert und gegebenenfalls angezeigt.

Wie wichtig diese "Aufpasser" sind, wurde im vergangenen Jahr deutlich, als die Uefa der europäischen Polizeibehörde Europol eine Liste mit vermutlich manipulierten Spielen schickte. Darunter soll auch ein Qualifikationsspiel zur EM 2008 gewesen sein.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%