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Fußball kontra Olympia: Spitzenspiel im Frankenstadion

Erstmals seit vier Jahren treten die Profis der Fußball-Bundesliga wieder in Konkurrenz zu den Athleten der Olympischen Sommerspiele an.

dpa DÜSSELDORF. Erstmals seit vier Jahren treten die Profis der Fußball-Bundesliga wieder in Konkurrenz zu den Athleten der Olympischen Sommerspiele an.

Mit dem Start des Spektakels in Athen an diesem Wochenende und dem 2. Spieltag der Eliteklasse erwartet den sportinteressierten Zuschauer ein wahres Mammutprogramm. Dem Andrang an den Kassenhäuschen der heimischen Fußball-Stadien tut dies keinen Abbruch. 53 148 Fans pilgern allein zur Bundesliga- Premiere von Mönchengladbach im neuen Borussen-Park zum Duell mit Borussia Dortmund.

Auch die Euphorie beim 1. FC Nürnberg ist nach dem 3:1-Auftaktsieg in Kaiserslautern grenzenlos und das für die WM 2006 im Umbau befindliche Frankenstadion gegen Tabellenführer VfB Stuttgart ausverkauft. 44 833 Fans können das Saison-Heimdebüt des zweitplatzierten "Clubs" im Spitzenspiel live erleben. VfB-Coach Mattias Sammer will den am ersten Spieltag mit dem 4:2 über Mainz 05 eroberten ersten Rang so lange wie möglich verteidigen. "Wir fahren nach Nürnberg, um zu gewinnen", betonte der Trainer. Er warnte aber eindringlich davor, den Außenseiter zu unterschätzen. "Wenn wir nicht dagegen halten, bekommen wir Schwierigkeiten."

Sammer setzt die beiden EM-Teilnehmer Kevin Kuranyi und Philipp Lahm vermutlich zunächst wieder auf die Bank, weil "andere einen Schritt weiter" sind. Der gegen Mainz drei Mal erfolgreiche Torjäger Cacau dürfte nach seiner Gala gesetzt sein. Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf denkt trotz des Traumstarts dagegen über eine Umstellung aus "taktischen Gründen" nach und betont, dass man Respekt vor den Schwaben habe, "aber keine Angst". Der letzte Heimsieg der Franken über den VfB liegt allerdings zehn Jahre zurück.

Auf eine hitzige Atmosphäre bereitet auch BVB-Trainer Bert van Marwijk sein Team nach der enttäuschenden Auftakt-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg vor. "Es wird hektisch. Aber man muss den Mut haben, gerade da gerne zu spielen", sagte der Niederländer. In dieser Woche hatte er die schwierige Aufgabe, seine frustrierten Profis wieder aufzubauen. Inzwischen gewann er den Eindruck, dass "sie etwas gutmachen wollen".

Etwas gutzumachen hat auch der 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer von Trainer Kurt Jara stehen nach dem völlig verpatzen Start bereits mit dem Rücken zur Wand. Ausgerechnet beim FC Schalke 04 wollen die verunsicherten und formschwachen "Roten Teufel" ein Erfolgserlebnis feiern. Doch in den letzten Jahren kassierten sie mit einer Ausnahme (2:2 in der Saison 2002/2003) auf Schalke stets deftige Schlappen. "Wir fahren dorthin, um etwas zu holen", gab sich Lauterns Kapitän Timo Wenzel dennoch kämpferisch. Schalke-Coach Jupp Heynckes setzt beim Treffen der Altintop-Brüder wie schon beim 2:1 im UI-Cup gegen Liberec auf die neue brasilianische Achse mit Abwehrchef Bordon, Lincoln und Ailton.

Seiner Bundesliga-Heimpremiere fiebert Neuling FSV Mainz 05 ausgerechnet gegen den Liga-"Dinosaurier" Hamburger SV entgegen. "Das wird ein Riesending", sagte 05-Coach Jürgen Klopp, der seine unerfahrene Elf trotz des 2:4 in Stuttgart schmunzelnd auf den Favoritenschild hob. "Der HSV kommt schließlich als Schlusslicht zu uns." Beim Gegner fällt Bernardo Romeo wegen einer Adduktorenzerrung wohl aus. Dafür soll der vom Asien-Cup zurückgekehrte Mehdi Mahdavikia das Angriffsspiel beleben. Klaus Toppmöller stehen wegen der dünnen Personaldecke nur 19 Akteure zur Verfügung, darunter mindestens drei Amateure. "Wir müssen aufpassen, dass nicht zu viele auf dem Feld stehen", meinte der Coach.

Felix Magath kann unterdessen die Partie das FC Bayern München gegen Hertha BSC Berlin kaum erwarten. "Ich freue mich auf das Publikum, ich freue auf das Spiel", sagte Magath, dessen Elf nach dem Gewinn des Liga-Pokals und dem 2:0 in Hamburg vor Zuversicht strotzt. Nach dem 1:0 über Schalke dürfte auch Titelverteidiger Werder Bremen mit gestärktem Selbstbewusstsein zum Nordderby bei Hansa Rostock antreten. Gespannt sind alle auf den ersten Auftritt des Brasilianers Gustavo Nery. Doch ob der neue Abwehrstar an der Ostsee sein Debüt im Werder-Dress feiert, verriet Trainer Thomas Schaaf noch nicht.

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