Fußball Liga interessiert sich für die Finanzlage des Bundesligisten: Borussia Dortmund wird zum Fall für die DFL

Fußball Liga interessiert sich für die Finanzlage des Bundesligisten
Borussia Dortmund wird zum Fall für die DFL

Die Finanzlage des Bundesligisten Borussia Dortmund ist nach einem Berich der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum Fall für die Deutsche Fußball Liga (DFL) geworden. Dem Bericht nach wird sich die Führung Bundesligisten zu einem Gespräch mit DFL-Vertretern treffen.

HB DORTMUND. Von einem Rapport kann nach Meinung von Christian Müller, DFL-Geschäftsführer für Finanzen, jedoch keine Rede sein. "Das ist kein spektakulärer Vorgang und gehört zu unseren in den Statuten festgehaltenen Pflichten. Wir haben jeden Monat zwei bis drei Bundesligisten hier, die uns über neuere Entwicklungen in ihrem Club informieren. Beide Seiten haben Gesprächsbedarf festgestellt", sagte Müller der dpa.

Gleichwohl dürften die jüngsten Schlagzeilen über die angebliche finanzielle Schieflage des Revierclubs beim Gespräch in der kommenden Woche eine zentrale Rolle spielen. "Wir brauchen Antworten auf einige Fragen", sagte Müller. Rund ein Jahr nach dem Drei-Punkte-Abzug für den 1. FC Kaiserslautern wegen mehrfacher Verstöße gegen das Lizenzspieler-Statut des DFB und die DFL-Lizenzierungsordnung sieht Müller jedoch keinen Grund zu großer Sorge: "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Kaiserslautern und Dortmund. Bei dem einen handelt es sich um einen Verstoß gegen das Ligastatut. Davon kann bei Dortmund keine Rede sein. Wir können ruhig schlafen wegen Dortmund." Ähnlich gelassen interpretierte BVB-Präsident Gerd Niebaum das für kommende Woche geplante Treffen: "Ich lege Wert auf die Feststellung, dass wir nicht vorgeladen worden sind. Das Gespräch ist auch in unserem Interesse."

Der DFL-Finanzexperte Müller hat allerdings wegen zuletzt kritischer Urteile von Bankenvertretern zur Investitionspolitik des Bundesligisten Sorge: "Ich finde es bedenklich, in welchem Plauderton unter Berufung auf zweifelhafte Informationen darüber öffentlich geredet wird. Damit wird die Kreditwürdigkeit von Borussia Dortmund überhaupt zum Thema."

Noch mehr schlechte Nachrichten für den BVB

Wie sensibel die Lage derzeit ist, offenbart die angebliche Aussage eines Mitarbeiters der WGZ-Bank. So hatte die Zeitschrift "GQ" den Angestellten des Düsseldorfer Geldinstituts, Ingo Süßmilch, mit der Aussage zitiert, nach der die Borussia seit Jahren "an der Liquiditätsgrenze" arbeite. Das Dementi folgte umgehend: In einer Pressemitteilung teilte Süßmilch mit, diese Aussagen "zu keinem Zeitpunkt" getätigt zu haben. Die Zeitschrift hält dagegen an der Aussage fest.

Neben der Einladung der DFL sorgte ein Bericht der "Ruhr Nachrichten" für weiteren unliebsamen Gesprächsstoff. Demnach gerät der BVB möglicherweise auch beim geplanten Bau des Trainingszentrums auf einem ehemaligen Militärgelände unter Druck. "Wenn der BVB bis Sommer nicht anfängt, wird die DFL-Geschäftsführung aktiv werden", wird DFL-Mitarbeiter Volker Nickchen in der Dortmunder Zeitung zitiert. Nach dessen Angaben ist der BVB der einzige Bundesligist, der eine entsprechende DFL-Auflage nicht erfüllt. Die Verzögerung beim Bau des Trainingszentrums hat laut Niebaum aber einen einfachen Grund: "Schließlich wurde das Gebiet bis Oktober 2003 entmunitioniert. Deshalb können wir erst jetzt mit den Arbeiten beginnen."

Vehement dementierte Niebaum Vorwürfe, der Verein komme seinen Zahlungsverpflichtungen in einigen Fällen nicht mehr nach. So habe der BVB mittlerweile auch eine von den Dortmunder Stadtwerken geforderte Summe in Höhe von 495 000 Euro überwiesen. Dabei geht es um Bus- und Bahn-Abonnements, die im Ticketpreis für Dauerkarten- Besitzer inbegriffen sind.

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