Fußball
Offensiv-Talk

Oliver Bierhoff und Jürgen Klinsmann benutzen Kommunikation als ein Instrument, um das DFB-Team stark zu machen.

BERLIN. Oliver Bierhoff beugt sich zum brasilianischen Übersetzer herunter und sagt: "Im Spiel gegen Brasilien müssen wir auch immer schneller sein als ihr." Dann lacht Bierhoff befreit, und alle anderen Anwesenden in der brasilianischen Botschaft in Berlin-Mitte auch. Bierhoff hat sich freigespielt, hat selbst die Initiative übernommen. Ein schönes Bild für einen, der in seiner neuen Aufgabe als Teammanager der Nationalmannschaft lernen will und noch nicht so recht weiß, was er lernen muss.

Neben Oliver Bierhoff steht der Vizepräsident des Organisationskomitees (OK) für die WM 2006, Wolfgang Niersbach, und präsentiert dem anwesenden brasilianischen Botschafter anlässlich des Länderspiels in Berlin die Bausteine der deutschen WM-Planungen. Bierhoff, der neben Jürgen Klinsmann und Karl-Heinz Rummenigge auch WM-Botschafter ist, darf ab und an vorbereitete Fragen beantworten, und jedes Mal vergisst er, dass der brasilianische Übersetzer vor ihm dran ist. So charmant wie hier in der Botschaft, versucht das Duo Bierhoff/Klinsmann auch anderswo Fehler und Schwächen in kleine Siege zu verwandeln. Und jeder kleine Sieg, den sich beide auf unterschiedlichen Feldern erarbeiten wollen, soll sie näher ans Ziel bringen: Weltmeister 2006.

Die neue Lockerheit ist eine Art Kulturschock für den Deutschen Fußball-Bund (DFB), selbst DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder sieht das so, aber er freut sich über die "Jungen Wilden", weil sie leidenschaftlich seien. Das Interessante an Bierhoffs Aufgabe ist, dass er sie sich selbst ausfüllen kann. Dass er sich herantastet an das, was möglich ist. In den Tagen vor dem Spiel in Berlin hat er viel ausprobiert, "von morgens um acht bis Mitternacht". Er ist betont locker nur mit T-Shirt unterwegs gewesen mit der Aufschrift "God bless the good guys - Gott schützt die guten Jungs", er hat bei McDonalds Kindern vorgelesen, er hat Sponsoren gesprochen, er hat mit Anzug und weißem Hemd, aber ohne Krawatte den brasilianischen Botschafter begrüßt, und er hat Fragestellern erklärt, warum zum Beispiel das Hotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz eine gute Wahl war.

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