Fußball Olympia
DFB-Frauen wollen "alles Erdenkliche tun"

Beim olympischen Fußballturnier lief für die deutschen Frauen bisher nicht alles nach Wunsch. Vor dem letzten Vorrundenspiel heute plagen Trainerin Silvia Neid einige Sorgen.

Zum Abschied aus Shenyang gab es Tränen, nach dem letzten Vorrundenspiel beim olympischen Fußballturnier am heutigen Dienstag gegen Nordkorea wollen die deutschen Weltmeisterinnen sich aber über den Viertelfinaleinzug freuen. Nur eine Verquickung sehr ungünstiger Umstände kann das Erreichen des Etappenziels der "Operation Gold" noch verhindern. Doch nach den bisherigen Leistungen gehen Birgit nicht gerade selbstsicher in das Duell mit den Asiatinnen.

Torflaute bei den Stürmerinnen

Große Probleme im Angriff, unzufriedene Ersatzspielerinnen und ein äußerst unbequemer Gegner: DFB-Trainerin Silvia Neid hatte vor dem Spiel im ostchinesischen Tianjin (17.00 Uhr Ortszeit/11.00 Uhr Mesz/live im ZDF) die ein oder andere Sorge. Ihre Mannschaft werde "alles Erdenkliche tun fürs Weiterkommen", meinte Neid zwar. Dass sie die K.o.-Runde tatsächlich auch erreicht, wollte Neid aber "nicht versprechen".

Trotz des holprigen Turnierstarts mit dem 0:0 gegen Brasilien und dem 1:0-Sieg über Nigeria muss Neid jedoch kaum fürchten, dass ihre Spielerinnen am Dienstag genauso herzergreifend weinen wie es das Hotel-Personal beim Auszug der deutschen Delegation in Shenyang tat.

Um wie bei der Olympia-Premiere 1996 in Atlanta frühzeitig zu scheitern, müsste die DFB-Auswahl zunächst ihr Spiel verlieren. Gleichzeitig müssten in Gruppe G Neuseeland gegen die USA und Japan gegen Norwegen eine Sensation schaffen sowie Schweden in der Gruppe E so gegen Kanada gewinnen, dass Kanada trotzdem mehr Tore erzielt oder die bessere Tordifferenz als die deutsche Mannschaft hat. "Wir sollten nicht zu viel rechnen, das geht sowieso meistens nach hinten los", forderte die zuletzt überragende Torfrau Nadine Angerer angesichts der verwirrenden Konstellation.

Lieber solle man sich auf den Gegner konzentrieren. Auf dem Weg nach Tianjin saßen beide Teams im selben Flugzeug, beeindruckt waren die deutschen Spielerinnen schon vorher. "Die spielen diszipliniert, kampfbetont, robust, schnell und sind wahnsinnig konditionsstark", sagte Angerer. Neid sprach von "Rasenschach". Wer ihr zuhört, könnte glauben, die deutsche Auswahl bekäme es mit einer Ansammlung dieser roboterhaften Fußballerinnen aus einem asiatischen Trickfilm zu tun.

"Endlich mal guten Fußball zeigen"

Die verfügen über übermenschliche Kräfte - Eigenschaften, die der deutschen Offensive naturgemäß abgehen. Zumindest die gewohnte Torgefahr will sie gegen Nordkorea aber wiederentdecken. "Das ist nicht das Deutschland, das wir kennen. Wir müssen endlich mal guten Fußball zeigen", forderte Stürmerin Anja Mittag selbstkritisch.

Gegen Nigeria, als Verteidigerin Kerstin Stegemann das einzige deutsche Turniertor schoss, war Mittag nach ihrer Einwechslung die gefährlichste deutsche Angreiferin. Gegen Nordkorea dürfen dennoch wohl wieder Birgit Prinz und Sandra Smisek ran. Das nervt vor allem Conny Pohlers, die vierte Offensive: "Meine Situation ist unbefriedigend."

Mittelfeldchefin Renate Lingor versprach, die Stürmerinnen von nun an besser in Szene zu setzen. "Wir haben schöne Kombinationen im Kopf, bringen sie aber nicht auf den Rasen. Wir müssen es einfacher machen", sagte sie. Im WM-Viertelfinale 2007 setzte Deutschland die Nordkoreanerinnen nach langem Kampf 3:0 matt. Ohne Stürmertor.

© SID

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