Fußball-Übertragung beschert Sat 1 hohen Verlust
ARD liebäugelt mit Bundesliga-Rechten

Die ARD hat Interesse, die Fernseh-Rechte für die Fußball-Bundesliga im nächsten Jahr zu erwerben. Das bestätigten ARD-Insider am Montag. Der verlustreiche Privatsender Sat 1 will zu Beginn des kommenden Jahres entscheiden, ob er auch die nächste Saison der Liga zeigen wird.

DÜSSELDORF. Innerhalb dieser Frist will sich die ARD zurückhalten. "Wir haben uns bisher nicht aktiv um die Rechte bemüht", sagt ARD-Sportkoordinator Hagen Bosdorf. Sollten jedoch die TV-Rechte demnächst zur Verfügung stehen, ist die ARD in der Lage, schnell zu einer Vereinbarung zu kommen. Wie Bosdorf ausführte, könnte die ARD flexibel reagieren. Ein solcher Vertrag könnte bis März 2003 unter Dach und Fach sein.

Die Chancen, dass Sat 1 - Tochter des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 Media AG - die nächste Rate für die Bundesliga überweisen wird, stehen eher schlecht. Denn die TV-Rechte für 80 Mill. Euro pro Saison lassen sich über Werbung nicht refinanzieren. Schon jetzt verursachen die Erstübertragungen ein Minus von schätzungsweise 30 Mill. Euro im Jahr. Angesichts des miserablen Werbemarktes dreht der zum Verkauf stehende Konzern an der Kostenschraube. Redakteuren der Fußball-Show "ran" wurde bereits vorsorglich gekündigt. In der Unterföhringer Zentrale heißt es, Vorstandschef Urs Rohner werde Anfang 2003 entscheiden.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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