Fußballclubs suchen Finanzierungsoptionen – nur der FC Bayern will kein Geld von Investmentbanker Schechter
Die Bundesliga im Anleihe-Fieber

Dass die Fußball-Bundesliga ein Finanzproblem hat, hat sich mittlerweile bis zu jedem Fan auf der Stehplatztribüne herumgesprochen. Borussia Dortmunds Aktienkurs liegt darnieder, Konkurrent Schalke 04 hat bereits zukünftige Zuschauereinnahmen verpfändet. Viele Vereine interessieren sich inzwischen für Anleihen, um an frisches Geld zu kommen.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) denkt sogar über die Ausgabe eines Bonds nach. Die Dachorganisation der Vereine der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga könnte so finanzschwachen Bundesligaklubs bei Bedarf kurzzeitig helfen. Innerhalb des Verbandes ist der Plan allerdings umstritten. "Wir wissen nicht, ob die Aufgabe der DFL darin liegen sollte, Aufgaben einer Bank zu übernehmen", sagt DFL-Geschäftsführer Christian Müller.

Björn Bloching hingegen, Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger, findet Gefallen an der Idee mit der DFL-Anleihe. "Hätte die DFL die Hoheit über solch einen Finanztopf, könnte sie ihre Macht- funktion, auch gegenüber den großen Vereinen, deutlich ausbauen", sagt Bloching.

Eine der schillerndsten Figuren in der Fußball-Finanzszene ist Stephen Schechter. Der amerikanische Investmentbanker hat in der Vergangenheit bereits zahlreichen englischen Clubs mit Hilfe von Anleihen Finanzmittel beschafft. Auch in Deutschland erregte er im vergangenen Jahr bei Schalke 04 mit einem 85-Millionen-Bond Aufsehen.

Schechter will jetzt auch bei anderen, liquiditätsschwachen Vereinen einsteigen. Sein jüngster Kandidat: Hertha BSC. "Schechter ist mit einem Angebot auf uns zugekommen", bestätigt Hertha-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Ingo Schiller dem "Handelsblatt". Der Finanzierungsvariante "Anleihe" stehen die Verantwortlichen offen gegenüber. "Wenn ein Verein Investitionsbedarf hat, ist die Aufnahme einer Anleihe ein legitimes Mittel", sagt Schiller.

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