Futtermittel-Skandal
Künast halbiert Nitrofen-Grenzwert für Kindernahrung

Als Konsequenz aus dem Nitrofen-Skandal will Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) per Eilverordnung den Grenzwert für die Konzentration des Pflanzengifts in Kindernahrung halbieren.

Reuters BERLIN. Künast habe eine Eilverordnung vorbereitet, die in der Diätverordnung eine Senkung des Grenzwertes von derzeit 0,01 Milligramm pro Kilogramm auf 0,005 Milligramm für Säuglings- und Kindernahrung vorsehe, teilte das Ministerium am Dienstag in Berlin mit. Die Eilverordnung könne in einigen Tagen in Kraft treten. Die Herabsetzung der Höchstmengen sei in einer Bund-Länder-Besprechung am Montag von den Bundesländern mehrheitlich unterstützt worden. Künast werde zudem auf europäischer Ebene anregen, den Grenzwert für alle Produkte entsprechend zu senken

Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz habe den bisherigen Grenzwert von 0,01 Milligramm für ökologische und konventionelle Produkte zwar erneut bestätigt. Die Behörde befürworte aber besondere Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern, erklärte das Ministerium.

Mitte vergangener Woche hatte sich der Nitrofen-Skandal auch auf die konventionelle Landwirtschaft ausgeweitet, nachdem in einer Weizenprobe eines konventionellen Futtermittelwerks überhöhte Werte des Krebs erregenden Pflanzengifts festgestellt wurden. Mehrere hundert Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern und einzelne Höfe in Niedersachsen und Brandenburg wurden daraufhin gesperrt. Mittlerweile wurden die ersten Höfe und Betriebe wieder freigegeben.

Zuvor war Nitrofen ausschließlich in Öko-Nahrungsmitteln und Öko-Futtermitteln festgestellt worden. In der Öko-Branche sind knapp 100 Betriebe gesperrt. Der wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Landwirte ist bislang noch nicht abzusehen.

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