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Futures deuten ins Plus

Was sich die Markteilnehmer am sehnlichsten wünschen? Das ist ohne Zweifel die Erholung der US-Wirtschaft. Auf neue Zeichen warten sie heute. Die Mehrheit der Experten rechnet mit einem leichten Anstieg des Verbrauchervertrauens im Juli auf 118,5 Punkte, den bisher höchsten Indexstand in diesem Jahr.

Erst am Freitag hatte der von der Universität von Michigan veröffentlichte Index zum Verbrauchervertrauen angedeutet, dass die Zuversicht der US-Konsumenten in die Erholung der US-Konjunktur im vergangenen Monat nachgelassen hat.

Das bereits vorbörslich veröffentliche persönliche Einkommen stieg im Juli dagegen statt wie erwartet um 0,2 sogar um 0,3 Prozent an. Die persönlichen Ausgaben der Amerikaner stiegen mit 0,4 Prozent ebenfalls um 0,1 Prozentpunkt stärker als prognostiziert. Die Futures reagieren am Morgen auf die Nachricht jedoch nicht mit einem Anstieg. Der Eröffnungsindikator der S&P 500 Werte notiert fast fünf Punkte im Plus. Der Nasdaq Future klettert vorbörslich 20 Punkte in die grüne Zone.

Freudig stimmen dürften die Marktteilnehmer heute die jüngsten Prognosen der Finanzanalysten von First Call. Sie rechnen für das erste Quartal 2002 mit einer Erholung der Unternehmensgewinne von über zehn Prozent. Für das Gesamtjahr 2002 erwarten sie ein Ergebniswachstum von mehr als 20 Prozent. Die Analysten der Credit Suisse und anderer Brokerhäuser hatten gestern bereits für die im S&P 500 notierten Unternehmen eine Erholung von 15 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig haben sie den Werten des S&P 500 Index in den kommenden 18 Monaten ein Anstiegspotenzial von rund 25 Prozent attestiert. Mit einer Erholung im laufenden Geschäftsjahr ist scheinbar nicht mehr zu rechnen. Die Analysten von J.P. Morgan rechnen beim S&P 500 Index bis Ende des Jahres mit einem Verlust von neun Prozent.

Gute Quartalszahlen bei Expedia beflügeln die Aktie. Kunden finden scheinbar zunehmend Gefallen an Reisebuchungen im Internet. Das Online-Reisebüro konnte die Analystenerwartungen im vierten Quartal mit einem Gewinn von 20 Cents pro Aktie um fünf Cents übertreffen. Den Umsatz verdoppelte das Management auf 44 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum schrieb das Tochterunternehmen von Microsoft noch rote Zahlen. Expedia wird von Goldman Sachs als "Market Outperformer" empfohlen. Die Gewinnschätzungen für 2001 heben die Analysten an.

Eine Gewinnwarnung bei Mercury Computer Systems belastet die Aktie. Der Hersteller von Computersystemen wird die Gewinnprognosen für das erste Quartal nicht erfüllen. Das Management prognostiziert, dass der Gewinn fast zwölf Prozent geringer ausfallen wird als das Vorjahresergebnis.

Gespannt sind die Anleger auch auf das Analystentreffen bei Motorola. Nach ersten Spekulationen wird Motorola einen "small deal" bekannt geben und Prognosen über den weiteren Geschäftsverlauf treffen. Die Aktie verliert im vorbörslichen Handel fast sechs Prozent.

Ein Analystentreffen wird am Donnerstag auch EMC abhalten. Dabei rechnen die Analysten von Goldman Sachs mit einer Konfrontation. Investoren stellen die Strategie des Konzerns in Frage. So versucht das Management durch einen Preiskrieg die stärker werdende Konkurrenz wie Dell Computer und IBM aus dem Rennen zu drücken. Die Strategie, so ist man sich an der Wall Street einig, dürfte jedoch auf die Dauer nicht funktionieren und zu lediglich niedrigeren Gewinnmargen führen.

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