Futures signalisierten bereits schwächere Kurse
US-Börsen drehen nach freundlichem Start ins Minus

Nach den Einbrüchen des Vortages sind die Kurse an der New Yorker Wall Street am Dienstag wenige Minuten nach Handelsbeginn erneut ins Minus gedreht. Rund 20 Minuten nach dem Handelsstart notierte der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte mit 8880 Punkten um rund 0,5 Prozent unter dem Schlusswert vom Montag.

Reuters NEW YORK. An der Technologiebörse Nasdaq pendelten die Kurse im Schnitt um den Schlusswert des Vortages von knapp 1580 Punkten. Zunächst hatte der Handel an beiden Börsen mit moderaten Kurszuwächsen begonnen. Am Montag, dem ersten Handelstag nach den Anschlägen in den USA der vergangenen Woche, hatten die New Yorker Börsen den Handel mit Kurseinbrüchen um jeweils rund sieben Prozent geschlossen.

"Immer mehr Akteure wollen sich heraushalten. Sie erkennen, dass ein Auslöser für eine Aufwärtsbewegung noch mehr als einige Wochen entfernt ist - wahrscheinlich sogar noch mehr als einige Monate", sagte Jeffrey Kleintop, Investment-Berater bei PNC Advisors. Am Montag hatten die New Yorker Börsen erstmals nach den Anschlägen vom 11. September wieder geöffnet.

Rund eine halbe Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der September-Future für den S&P-500-Index mit einem Rückgang um rund fünf Punkte eine schwächere Eröffnung der New York Stock Exchange (Nyse). Der Future für den Dow-Jones-Index der führenden Industriewerte lag ebenfalls mit knapp einem Prozent im Minus, während der Terminkontrakt für die Technologiebörse Nasdaq leicht ins Plus drehte.

Am Montag hatte der Dow-Jones-Index trotz einer überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank Fed als Folge der Terroranschläge um 7,13 Prozent schwächer bei 8921 Punkten geschlossen und dabei nach Punkten den größten Kursverlust seiner Geschichte verzeichnet. An der Technologiebörse Nasdaq waren die Kurse ebenfalls um 6,8 Prozent auf knapp 1580 Punkte eingebrochen. Beide Indizes erreichten damit ihre tiefsten Stände seit Ende 1998. Viele Experten befürchten, dass die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidungsministerium in Washington die ohnehin schwache US-Konjunktur in eine Rezession drücken könnte.

"Jeder, der Zweifel an einer Rezession gehabt hat, musste seine Meinung ändern, als das Flugzeug (das World Trade Center) traf", sagte Henry Herrmann von der Fondsgesellschaft Waddell & Reed. Andere Experten verwiesen darauf, dass ein großer Teil der Angstverkäufe nach den Anschlägen mit dem starken Kurseinbruch nach der Wiederaufnahme des Handels am Montag nun vorbei sein dürfte. "Man hat jetzt den größten Teil des Spiels der gefühlsgeleiteten Verkäufe gesehen", sagte Hugh Johnson von First Albany Corp.

Mittlerweile zeichnen sich auch erste wirtschaftliche Auswirkungen der Anschläge auf Branchen abseits der Fluggesellschaften ab, die wegen Einschränkungen des Luftverkehrs und der erwarteten Zurückhaltung der Kunden bei Flügen besonders unter den Anschläge leiden. Der Chef des Software-Herstellers Computer Associates , Charles Wang, sagte, er gehe davon aus, dass die Anschläge die wirtschaftliche Erholung des zuletzt eingebrochenen Technologiesektors verzögerten. Der Finanzdienstleister American Express kündigte an, sein Ergebnis im dritten Quartal werde als Folge der Anschläge unter den Erwartungen der Finanzmärkte bleiben.

Einige Unternehmen veröffentlichten aber auch positive Nachrichten. Der Softwarekonzern Oracle , ein wesentlicher Konkurrent des deutschen Herstellers SAP, geht nach eigenen Angaben davon aus, im zweiten Quartal seines Finanzjahres einen Gewinn auf Vorjahreshöhe zu erzielen, obwohl die Einnahmen aus Softwarelizenzen durch die Geschäftsunterbrechungen nach den Anschlägen belastet werden dürften. Das Online-Auktionshaus Ebay erklärte sich einverstanden mit den Prognosen von Analysten für seine Geschäftszahlen im dritten Quartal.

Die Kriegs- und Rezessionsängste belasteten auch die europäischen Börsen. Der Eurotop-300-Index lag am frühen Nachmittag mit gut zwei Prozent im Minus.

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