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Futures tief rot

Die Unsicherheit vor der Sitzung der US-Notenbank, den anstehenden US-Konjunkturdaten und weitere Gewinnwarnungen treibt die Futures am Morgen so tief ins Minus, wie schon lange nicht mehr. Der S&P 500 Future notiert rund 70 Punkte im Minus. Der Eröffnungsindikator der Nasdaq rutscht 40 Punkte in den negativen Bereich.

Gewinnwarnungen im

Broker- und Chipsektor überschatten das eigentliche Ereignis der Notenbanksitzung. Bereits am Montagabend warnte Halbleiter-Urgestein Applied Micro Circuits vor enttäuschenden Quartalsdaten und gab deutlich revidierte Prognosen aus, die den gesamten Technologie-Sektor belasten. Auch Chiphersteller PRI Automation belastet die Stimmung mit einer Umsatzwarnung. Applied Micro Circuits verliert im außerbörslichen über zehn Prozent an Wert. Intel, Texas Instruments und Micron Technologies notieren vorbörslich ebenfalls schwächer.

Gutes Wetter versucht Abby Joseph Cohen, Staranalystin von Goldman Sachs, auf dem High-Tech-Sektor zu verbreiten. Sie empfiehlt Anlegern nun in Technologiewerte zu investieren. So sei IBM laut Cohen ein sicherer Wert, zumal der Computerkonzern weithin versucht, die Produktion durch Outsourcing weiter zu optimieren und zu die Kosten zu senken. Serverhersteller Sun Microsystems sei in diesem Sinne auch ein Schnäppchen. Die Aktie notiere zur Zeit auf dem niedrigsten Stand seit einigen Jahren. Doch ob Cohen recht hat muss sich zeigen. Die nach wie vor schwache Wirtschaftslage in Europa und der starke Dollar dienen den Technologiewerten nicht als Ausgleich zur kränkelnden US-Konjunktur.

Ein Opfer der schwachen Wirtschaftslage ist auch Merrill Lynch. Das Brokerhaus veröffentlicht am Morgen eine Gewinnwarnung. Das US-Brokerhaus wird nur 57 Cents pro Papier ausweisen können. Auch das dritte Quartal werde voraussichtlich schwach verlaufen. Das Investmenthaus versuche der Entwicklung aber weiterhin mit Hilfe verstärkter Kostenkontrolle und effizienterem Einsatz der Mittel entgegen zu wirken. Probleme beim Aktien- und Anleihengeschäft werden als Begründung für den Einbruch angeführt. In der vergangenen Woche hatten mehrere Brokerhäuser ihre Quartalszahlen gemeldet, die in den meisten Fällen über den Erwartungen ausgefallen waren. Das Papier von Merrill Lynch gehör vorbörslich zu den am meisten gehandelten Aktien.

An der Kostenschraube setzt auch International Paper an. Der weltgrößte Papierhersteller will 3000 Arbeitsplätze abbauen. Damit zieht der Konzern die Konsequenzen aus dem schlechten Marktumfeld. Zu hohe Produktionszahlen, daraus resultierender Preisverfall in Kombination mit geringerer Nachfrage schadeten dem Unternehmen bereits im vergangenen Quartal. Im ersten Quartal hatte international Paper einen Gewinneinbruch von über 90 Prozent erlitten. Konkurrent Weyerhaeuser zieht am Morgen mit schlechten Nachrichten nach. Das Unternehmen wird statt des ursprünglich prognostizierten Gewinns von mindestens 70 Cent pro Aktie nun höchstens 56 Cents pro Papier einfahren.

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