G-10-Notenbanken
Notenbank-Gouverneure erwarten anziehende US-Konjunktur

rtr BASEL. Die Konjunktur in den USA dürfte nach Ansicht der Notenbank-Gouverneure der Länder der Zehnergruppe (G10) in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt gewinnen. Die jüngsten Daten über die US-Konjunktur seien "recht ermutigend", sagte der Gouverneur der Bank von England, Eddi George, am Montag in Basel nach der monatlichen Routinesitzung der G-10-Notenbanker bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). George ist derzeit der Vorsitzende des Gremiums.

"Nach ein paar holprigen Quartalen" seien die Aussichten für eine Konjunkturerholung in den USA im zweiten Halbjahr gut, sagte George weiter.

Es gebe aber auch Risiken für eine weitere Abkühlung. Sie liegen nach Georges Worten bei der Börse und im US-Verbrauchervertrauen. Es sei auf jeden Fall noch zu früh, "um den Sieg auszurufen", sagte er weiter. Unter den Notenbanken sei man sich der Risiken bei dem an sich positiven Szenario "sehr sehr bewusst".

Allerdings sei der Abschwung in den USA bisher weniger abrupt ausgefallen als erwartet, fügte George an.

Die Volatilität am US-Aktienmarkt führte George auf die Unsicherheiten bezüglich der Konjunkturentwicklung und dabei insbesondere der erwarteten Erholung im zweiten Halbjahr zurück. Die guten Zahlen zu den Verbraucherausgaben, zur Beschäftigung, zum Kfz-Absatz und zum Wohnungsmarkt nannte er als Gründe für die weniger deutlich als erwartete Abkühlung. Auch die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2000 hätten positiv überrascht, fügte er hinzu. Die Steuersenkungsvorschläge der Administration des neuen Präsidenten George W. Bush seien positiv gewertet worden. "Um den Sieg zu erklären, ist es aber noch zu früh", sagte George. Die Auswirkungen auf die Nachbarstaaten hielten sich in Grenzen.

Zwar gebe es in Kanada in einzelnen Branchen Abschwächungsmerkmale, aber auch hier werde eine Belebung im weiteren Jahresverlauf erwartet. Eine signifikante Eintrübung sei in Mexiko beobachtet worden, aber die hohen Zuflüsse an Direktinvestitionen sollten die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft helfen. Während Brasilien praktisch unberührt von der US-Abkühlung sei, übten die rückläufigen US-Zinsen einen günstigen Einfluss auf Argentinien aus. Das Konjunkturbild in Japan stelle sich weniger dramatisch dar, wie es verschiedene Kommentatoren gezeichnet hätten. Allerdings sei für die Weltwirtschaft ein nachhaltigeres Wachstum wünschenswert, erklärte George.

Der derzeitige Kursrückgang des Yen sei Ausdruck der aktuellen Konjunkturlage, ergänzte er. Die Situation in den anderen asiatischen Ökonomien sei grundsätzlich positiv gesehen worden, auch wenn einige Länder von den negativen Signalen aus der Elektronikbranche belastet würden.

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