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G-7-Staaten glauben an den Aufschwung

Die G-7-Länder haben sich mit ihrer optimistischen Einschätzung der Weltwirtschaft bei der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank durchgesetzt.

dpa WASHINGTON. "Wir glauben, dass die Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums von kurzer Dauer sein wird", hieß es in der Abschlusserklärung des IWF - Währungs- und Finanzausschusses am Sonntagabend (Ortszeit). In dem politischen Lenkungsgremium sind 24 der 183 IWF-Mitgliedsländer vertreten. Deutschland hat als einer der größten Geldgeber einen permanenten Sitz.

Die Finanzminister der sieben wichtigsten Industrieländer (G-7) stellten einen umfassenden neuen Gesundheitsfonds für den Kampf gegen HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose in Aussicht. Der Fonds könnte schon beim Gipfel der G-7-Staats- und Regierungschefs im Juli in Genua offiziell gegründet werden, sagte der britische Finanzminister Gordon Brown in Washington. Durch die Krankheiten sterben im Jahr vier Millionen Menschen, die meisten in Entwicklungsländer.

Vor dem IWF-Gebäude demonstrierten am Sonntag einige Dutzend Menschen für einen größeren Schuldenerlass für arme Länder. Die Polizei hatte sich nach den Massenprotesten von 20 000 Demonstranten bei der Frühjahrstagung im vergangenen Jahr auf einen Ansturm eingestellt. Die Kundgebung verlief jedoch friedlich.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) warnte im Währungs- und Finanzausschuss, dass das rekordhohe Leistungsbilanzdefizit der USA ein Risiko für die Konjunkturentwicklung darstellen könnte. IWF-Direktor Horst Köhler wiederholte seine Empfehlung an die Europäische Zentralbank (EZB), die Zinsen zu senken. "Da die Inflationsrisiken zurückgehen, wäre eine Lockerung der Geldpolitik in den meisten anderen Industrieländern auch hilfreich", sagte Köhler. Doch EZB-Präsident Wim Duisenberg schloss dies in Washington erneut auf absehbare Zeit aus.

"Es geht mit der Weltwirtschaft aufwärts"

Die Abschlusserklärung der 24 Minister spiegelte im Wesentlichen die Botschaft wider, die die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrieländer (G-7) am Samstag veröffentlicht hatten. Die Minister aus den USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada beurteilten die Grundlage für weiteres Wachstum als gut. "Es geht mit der Weltwirtschaft aufwärts", sagte Eichel.

"Wir werden die Reform des internationalen Finanzsystems vorantreiben, unsere Volkswirtschaften durch Strukturreformen stärken, die makroökonomischen Bedingungen für starkes Wachstum ohne Inflation beibehalten und uns für Armutsbekämpfung und Wachstum in den ärmsten Ländern einsetzen", hieß es in der Erklärung des Ausschusses. Die Minister zeigten sich besorgt, dass die Konjunkturabkühlung besonders die armen Länder trifft. Die reichen Länder wurden aufgefordert, noch bestehende Handelsbarrieren für Produkte aus den armen Ländern zu beseitigen. Alle Mitglieder wurden aufgerufen, sich für eine neue Freihandelsrunde einzusetzen. Handesverzerrende Subventionen sollten abgebaut werden.

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