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G20 setzt Signal gegen Dollar-Interventionen

Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer haben auf dem G20-Treffen am heutigen Samstag in Berlin ein Signal gegen gemeinsame Interventionen zur Aufwertung des Dollar gesetzt. Die USA, Europa und Asien müssten jeweils ihren eigenen Beitrag leisten, hieß es bei der Zusammenkunft.

dpa BERLIN. Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer haben auf dem G20-Treffen am heutigen Samstag in Berlin ein Signal gegen gemeinsame Interventionen zur Aufwertung des Dollar gesetzt. Die USA, Europa und Asien müssten jeweils ihren eigenen Beitrag leisten, hieß es bei der Zusammenkunft. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) forderte angesichts der "Besorgnis erregenden" Entwicklung des Dollar im Verhältnis zum Euro insbesondere die USA zum Handeln auf. Die Ursache der Dollarschwäche sei "eindeutig" das Doppeldefizit im Haushalt und bei der Leistungsbilanz der Vereinigten Staaten.

"Man kann schlecht die Europäer zu Strukturreformen auffordern und dann die eigenen ökonomischen Notwendigkeiten nicht so hervorheben, wie das aus unserer Sicht nötig wäre", sagte Schröder am Rande des G20-Treffens. Hilfreich sei auch eine bessere Abstimmung mit Japan und China. Die Europäische Zentralbank (EZB) und andere Notenbanken hätten ebenfalls Möglichkeiten, die Dollarschwäche und damit den Höhenflug des Euro zu bremsen.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) betonte, dass die weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte "nicht zu abrupten Veränderungen beim Ölpreis und den Wechselkursen" führen dürften. Zusammen genommen deuten die Äußerungen auf dem Treffen der Finanzminister und Notenbank-Gouverneure darauf hin, dass ein transatlantischer Kraftakt zur Umkehr des Wechselkurstrends unwahrscheinlich ist, solange das Tempo der Dollar-Abwertung gedrosselt werden kann.

US-Finanzminister John Snow habe ausdrücklich zugesagt, das eigene Haushaltsdefizit abbauen zu wollen, sagte Eichel. Europa und Japan seien zu Strukturreformen aufgefordert, während China und andere asiatische Länder mehr Flexibilität zeigen sollten. Aus Regierungskreisen verlautete, dass China in der Frage der Lockerung seiner Währungsanbindung an den Dollar schon in der Vergangenheit Bereitschaft zur Bewegung signalisiert habe.

Der hohe Ölpreis wird nach Einschätzung der G20-Staaten das weltweite Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr dämpfen. "Wir gehen weiter von einem kräftigen Wachstum aus, das aber ein bisschen schwächer sein wird als 2004", sagte Eichel.

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