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G7, G10, G20 - Die Zusammensetzung der G-Gruppen

Richtige internationale Organisationen sind sie nicht, denn sie verfügen in der Regel über kein eigenes Personal oder gar einen dauerhaften Amtssitz: Die Arbeit der "Gruppen", englisch Group, mit den Abkürzungen G7, G10 oder G20 besteht vor allem aus informellen Gesprächsrunden, zu denen ranghohe...

dpa-afx BERLIN. Richtige internationale Organisationen sind sie nicht, denn sie verfügen in der Regel über kein eigenes Personal oder gar einen dauerhaften Amtssitz: Die Arbeit der "Gruppen", englisch Group, mit den Abkürzungen G7, G10 oder G20 besteht vor allem aus informellen Gesprächsrunden, zu denen ranghohe Politiker und Funktionäre aus unterschiedlichen Ländern und internationalen Behörden zusammenkommen, um globale Themen und Probleme zu erörtern. Vor und nach den Treffen werden Informationen auf Regierungsebene ausgetauscht. Eine wahre Flut von neuen "Groups" brachte die Konferenz der Welthandelsorganisation WTO im vergangenen Jahr in Cancun (Mexiko). dpa erläutert die Zusammensetzung der verschiedenen Gruppen:

G7/G8: Die "Mutter" aller Gruppen war die von Frankreich und Deutschland 1976 ins Leben gerufene Gruppe der Sechs (G6) - zunächst als Kamingespräch der Regierungschefs der beiden Länder gemeinsam mit ihren Kollegen aus den anderen führenden Industrieländern USA, Großbritannien, Japan und Italien. Das große Thema war damals die Währungspolitik. Ein Jahr später wurde Kanada Mitglied (G7), ab dem Jahr 1998 nahm Russland an den Sitzungen teil und wurde vier Jahre später Mitglied mit Einschränkungen: Die G8 entstand. Auch die Europäische Kommission ist in dem Gremium vertreten. Den Vorsitz übernimmt ein Land für die Dauer eines Jahres. Höhepunkt ist jeweils ein Gipfel, der in diesem Jahr in Sea Island in den USA veranstaltet wurde.

G10: Diese Bezeichnung ist für zwei Gruppen gebräuchlich: Für die um Belgien, die Niederlande, Schweden und die Schweiz erweiterte G7 (eigentlich elf Staaten), aber auch für eine Gruppe von zehn Ländern, die eine vollständige Liberalisierung des Welthandels ablehnen, um ihre eigene Landwirtschaft zu schützen. Dazu gehören die Schweiz, Liechtenstein, Japan, Südkorea, Bulgarien, Taiwan, Island, Israel, Norwegen und Maurititus.

G20: Dies ist der Zusammenschluss von Finanzministern und Zentralbank-Präsidenten aus 19 Ländern, die zusammen 90 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft repräsentieren. Die EU wird von der Ratspräsidentschaft und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) vertreten, außerdem mit dabei sind die Chefs vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Die G20 wurde nach der Finanzkrise in Asien 1999 gegründet und gilt als Gruppe mit großer Zukunft. Im Gegensatz zu G7/G8 zählen neben den etablierten Industrieländern auch aufstrebende Schwellenländer zu den Mitgliedern. Vorgänger waren lose Zusammenschlüsse, die sich die Namen G22 und G33 gegeben hatten.

G21: Die G21 ist ein Zusammenschluss von Entwicklungs- und Schwellenländern unter der Führung Brasiliens, Chinas und Indiens. Sie gilt als Gegenspieler der USA und der EU in der Agrarpolitik und macht sich für den Abbau von Subventionen stark.

G90: In dieser Gruppe sind die ärmsten Entwicklungsländer zusammengefasst, die überwiegende Mehrheit der Mitglieder kommt aus Afrika. Die G90 bildete sich auf dem WTO-Gipfel 2003 als Gegengewicht zu den reichen Ländern.

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