G7-Gipfel beginnt am Wochenende in Frankreich
Euro nach US-Daten bei rund 1,15 Dollar

Nach Veröffentlichung von Daten zur Preisentwicklung in den USA ist der Euro am Freitag kurzfristig wieder über die Marke von 1,15 Dollar geklettert. Damit stieg die Gemeinschaftswährung seit ihrem Tagestief von 1,1374 Dollar in der Nacht um mehr als einen US-Cent.

Reuters FRANKFURT. Wie das US-Arbeitsministerium am Nachmittag veröffentlichte, gingen die Verbraucherpreise in der größten Volkswirtschaft der Welt von März auf April um 0,3 Prozent zurück nach einer Zunahme im gleichen Ausmaß im Vormonat. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt für die Verbraucherpreise einen geringeren Rückgang von 0,1 Prozent erwartet.

Der Euro pendelte am Nachmittag um 1,15 Dollar, nachdem er am Vorabend in New York bei 1,1372/78 Dollar aus dem Handel gegangen war. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs der Gemeinschaftswährung am Freitag mit 1,1437 (Donnerstag 1,1471) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,1492 (1,1458) Dollar.

In den zwölf Monaten bis Ende April ergab sich in den USA ein Preisanstieg in der Kernrate um 1,5 Prozent, was so niedrig ist wie seit Anfang 1966 nicht mehr. Die Daten dürften weitere Befürchtungen nähren, dass der weltgrößten Volkswirtschaft eine Deflation drohen könnte. Bereits vergangene Woche hatte sich die US-Notenbank (Fed) besorgt gezeigt über einen anhaltenden Rückgang der Inflation. Die Spekulation um weitere Zinssenkungen, bei der die Renditen in den USA im Vergleich zu Europa weiter sinken würden sowie die Furcht vor einer Deflation unterstützten Händlern zufolge den Euro.

Mit Spannung blicken die Marktteilnehmer am Wochenende nach Frankreich, wo das Gipfeltreffen der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) beginnt. Hier könnten Äußerungen von Politikern dem Markt neue Impulse geben. "Auf kurze Sicht mangelt es dem Markt an einer klaren Richtungsvorgabe", sagte ein Devisenhändler. "Wenn von US-Seite irgendetwas interessantes beim G7-Gipfel kommt, könnte es für etwas Bewegung sorgen."

Viele Marktteilnehmer warten besonders gespannt auf US-Kommentare zum Devisenmarkt, nachdem US-Finanzminister John Snow zuletzt Marktinterventionen zur Feinsteuerung des Wirtschaftswachstum kritisiert hatte.

Snows Haltung zu Interventionen steht damit in Kontrast zu der Einstellung Japans: Nach Einschätzung von Händlern hat die japanische Notenbank mehrfach versucht, mit Dollar-Käufen den Anstieg des Yen aufzuhalten. Zuletzt hatten Marktteilnehmer in Tokio am Dienstag davon berichtet, die Notenbank bei Dollar-Käufen beobachtet zu haben. Wenn die Notenbank interveniert, tut sie es im Auftrag des Tokioter Finanzministeriums.

"Ich glaube nicht, dass die zwei Minister kämpfen werden bis sie rot im Gesicht sind", sagte Devisenmanager Tomomasa Noguchi von der Mitsubishi Corp. "Vielleicht werden sie versuchen, sich nicht gegenseitig anzugreifen, wovon der Dollar profitieren würde."

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