G7 plant Erklärung zu den Risiken der Ölpreisentwicklung
Tokio signalisiert Kooperationswillen bei der Stabilisierung des Euros

Japans Finanzminister Kiichi Miyazawa hat die Bereitschaft signalisiert, im Verbund mit den führenden Industrieländern (G7) an koordinierten Bemühungen zur Stabilisierung des schwachen Euros mitzuwirken.

ga TOKIO. Die Finanzminister und Notenbankchefs der G7 werden am Wochenende in Prag beraten. Miyazawa äußerte sich ebenfalls wie der Gouverneur der Bank von Japan, Masaru Hayami, besorgt über die Auswirkungen des Ölpreisanstiegs auf die noch zarte Wirtschaftserholung in Japan.

Miyazawa erklärte, Tokio wolle auf der Grundlage der Erklärungen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der europäischen Finanzminister in Prag "flexibel bei Stabilisierung der Wechselkurse mitwirken".

Gleichzeitig machte der japanische Finanzminister deutlich, dass beim G7-Treffen auch Besorgnisse wegen der Ölpreisentwicklung artikuliert würden. Er gehe davon aus, dass es in Prag zu einer irgendwie gearteten Stellungnahme hierzu kommen werde. Die Ölpreisentwicklung sei keine Angelegenheit von Dritten, betonte Miyazawa. Der Preisanstieg wirke sich bereits auf die erdölimportierenden Volkswirtschaften Südostasiens aus. Dies werde nun auch bald in Japan spürbar werden. Es sei hierbei nicht so einfach, dass eine Produktionsausweitung zu einer Beendigung des Preisanstiegs führe, meinte Miyazawa. Vielmehr stelle sich die Frage, wie lange die Angebotsunterdeckung andauere.

Der japanische Finanzminister konzedierte aber auch, dass es innerhalb der G7 in dieser Frage durchaus Positionsunterschiede gebe: Während die Lage in Großbritannien, Frankreich und Deutschland ähnlich sei, unterscheide sie sich hiervon in den USA, meinte Miyazawa. Dies dürfte als Hinweis auf akute Schwierigkeiten bei der Konsensfindung zu verstehen sein.

Japans Notenbankchef Hayami erklärte, die negativen Auswirkungen eines Ölpreisanstiegs für die Wirtschafts- und Preisentwicklung hätten in den vergangenen Jahren prinzipiell abgenommen. Er erwarte auch kein Szenario, wonach es durch die steigenden Einnahmen der ölproduzierenden Staaten zu einer Veränderung der internationalen Kapitalströme komme. Hayami konzedierte allerdings, dass sich die Euro- Schwäche indirekt auf die Wirtschaftsentwicklung in Japan auswirken dürfte.

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