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Gaben verteilt, Indizes mit Punktlandung

Flau und mau ging zeigten sich die Aktienumsätze in New York. Das Handelsvolumen war erwartungsgemäß gering. Ohnehin sind nur wenige Händler an der Wall Street erschienen. Sowohl der Dow Jones- als auch der Nasdaq-Index haben im Prinzip unverändert geschlossen. Der Dow notiert bei 10035 Punkten, die Nasdaq bei 1944.

Schon in den vergangenen Tagen war an den New Yorker Börsen nicht allzu viel los. Durch die geringen Umsätze gerieten die Kurse ins Schaukeln. Teilweise waren sie nicht durch fundamentale Nachrichten begründet.

In dieser Woche werden keine nennenswerten Quartalsdaten veröffentlicht. Am Donnerstag stehen Zahlen für die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an, Freitag wird es Daten zum Verbrauchervertrauen geben. Bereits in der letzten Woche zeigte sich, dass das Verbrauchervertrauen unerwartet stark - auf ein Vier-Monats-Hoch - gestiegen ist. Dies lässt darauf schließen, dass die Konsumenten demnächst etwas mehr Geld ausgeben werden. Über die Weihnachtsverkäufe zeigten sich schon jetzt viele Einzelhändler zufrieden. Die Kunden wurden jedoch insbesondere durch Sonderangebote angezogen, bei denen starke Preisnachlässe gewährt wurden. Erste Reports zeigten auch, dass der Endspurt teilweise enttäuschend ausgefallen ist. Die Geschäfte seien zwar voll gewesen, aber gekauft wurde nur wenig, hieß es. Einzelhandelswerte waren am Montag leicht unter Druck.

Invision konnte sich an der Nasdaq um fast 20 Prozent verbessern. Der Hersteller von Geräten zur Sprengstoffsuche bekommt nach den jüngsten Ereignissen neuen Auftrieb. Nach dem Versuch eines Mannes ungeklärter Herkunft, einen Sprengsatz in einem Flugzeug zu zünden, könnten Flughäfen weitere Systeme von Invision bestellen. Die Aktie hat sich seit September um fast 1000 Prozent verbessert.

Auch die Fluggesellschaften waren abermals im Brennpunkt. Der Vorfall geschah in einer Maschine von American Airlines , die von Paris nach Miami fliegen sollte, dann aber in Boston landete. Nach den Terrorattentaten und dem Flugzeugabsturz in Queens Mitte November haben sich die Aktien der Carrier deutlich verbessert und wurden nun abermals in Mitleidenschaft gezogen. American Airlines, Delta Air Lines und United verloren rund drei bis vier Prozent an Wert. Die Papiere von US Airways zog es sogar mit über sieben Prozent in die Tiefe.

Cisco Systems bekam ein blaues Auge von Sanford Bernstein. Das kleine, aber nicht unbedeutende Analystenhaus lässt kaum ein gutes Haar an dem Netzwerkkomponentenhersteller. Die Aktien seien "drastisch überbewertet", hieß es in einem Kommentar für Anleger. Sie könnten demnächst enttäuscht werden, warnt Sanford Bernstein. Der derzeitige Aktienkurs sei nur bei Wachstumsraten und Gewinnmargen um 25 Prozent gerechtfertigt, doch davon ist bei Cisco derzeit keine Rede. Den Unkenrufen zum Trotz blieb die Aktie unverändert.

Nortel war zum Wochenausklang großer Gewinner und stand auch zum Wochenauftakt wieder im Fokus der Anleger. Der Hersteller von Telekommunikationsgeräten sprach davon, dass der Verlust im laufenden Quartal etwas geringer als ursprünglich geplant ausfallen werde. Goldman Sachs macht heute darauf aufmerksam, dass das Unternehmen keine Aussage über den Umsatz gemacht hat. Die Analysten finden eher skeptische Töne, empfehlen die Aktie aber dennoch mit "Market Performer". Sie verteuerte sich nur geringfügig.

Der Pharmabereich ist für Meldungen gut: Schering-Plough und Pfizer werden überdurchschnittlich umgesetzt. Pfizer zahlt einer Frau 30 Millionen Dollar. Diese hatte das Unternehmen zuvor auf 43 Millionen Dollar verklagt, nachdem sie das Diabetes-Medikament "Rezulin" einnahm. Dieses habe ihre Leber zerstört, sagte sie. Mit der Einigung geht ein Rechtsstreit zu Ende. Schering-Plough bekam von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für ein neues Präparat. "Clarinex" soll der Nachfolger des Umsatzschlager "Claritin" werden. Beide Medikamente werden bei Allergien eingesetzt und bescheren Schering-Plough eine dominante Stellung in diesem Markt. Schering-Ploug stieg um rund zwei Prozent, auch Merck zog es leicht nach oben. Pfizer und Johnson&Johnson hingegen waren schwächer.

Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen mehrere Unternehmen, weil sie möglicherweise gegen die Pflicht verstoßen haben, börsenrelevante Informationen allen Marktteilnehmern gleichzeitig zugänglich zu machen. Dabei handelt es sich unter anderem um den Rüstungskonzern Raytheon und Motorola . Vor 14 Monaten wurde eine Regelung erlassen, nach der es Unternehmen nicht gestattet ist, einzelnen Gruppen oder Investoren bevorzugt Informationen zukommen zu lassen, die den Aktienkurs beeinflussen könnten. Sinn des neuen Erlasses ist es, dass sowohl Privatinvestoren, als auch Analysten oder Fondsmanager zeit- und damit chancengleich die Nachrichten bekommen.

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