Gabriel: Schröder stärker in den Vordergrund rücken
Interne Kritik an SPD-Wahlkampfstrategie

Angesichts schlechter Umfragewerte für die SPD ist in den eigenen Reihen Kritik am Wahlkampf laut geworden.

wiwo ap BERLIN. Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel bemängelte, das Wahlkampfmanagement arbeite nicht optimal. Es müsse deutlicher gemacht werden, wie unseriös die Wahlprogramme von Union und FDP seien. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte, CDU und FDP mit "Personen und Programmen von gestern und vorgestern" dürften nicht ans Ruder kommen. Betriebsräte gründeten eine Initiative für Schröders Wiederwahl.

Der Wahlkampf müsse mehr auf Schröder ausgerichtet werden, forderte Gabriel in "Bild am Sonntag". Der SPD-Vorsitzende sei Programm und Person in einem. Gabriel bemängelte auch, dass den SPD-Strategen noch kein griffiger Slogan eingefallen sei.

Schröder sagte auf dem SPD-Landesparteitag in Schwerin, erklärtes Ziel seiner Partei sei es, wieder stärkste Partei auf Bundes- und Landesebene zu werden. Die SPD müsse das "in Europa umgehende Gespenst von Renationalisierung und wachsender Fremdfeindlichkeit" stoppen.

Nach einer NFO-Infratest-Umfrage im Auftrag des "Spiegels" kämen, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre, SPD und Grüne gemeinsam nur noch auf 39 Prozent. Bei einer Umfrage unter 1.000 Personen entschieden sich 40 Prozent für die Union, zwölf Prozent für die FDP, 33 Prozent für die SPD, sechs Prozent für die Grünen und fünf Prozent für die PDS.

Neue Namen für Stoibers "Kompetenzteam

Dem "Kompetenzteam" von Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber wird offenbar auch die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan angehören. Nach Informationen der "Welt" soll Schavan im Juni berufen werden und die Bereiche Bildung und Wissenschaft abdecken. Prominentestes Mitglied des Teams ist bislang der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth, der für Wirtschaft zuständig sein soll.

Der "Spiegel" berichtete, möglicherweise müsse im Kompetenzteam Ersatz für den Sozialexperten Horst Seehofer gefunden werden. Der CSU-Politiker erholt sich derzeit noch von einer lebensgefährlichen Herzmuskelentzündung. Statt Seehofer könnte der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse, Hermann-Josef Arentz, berufen werden.

Gut hundert Anhänger und Freunde des Bundeskanzlers gründeten in Hannover eine Wählerinitiative "Wir für Schröder". Zu der Initiative, die mit Veranstaltungen, Zeitungsannoncen und Aktionen für die Wiederwahl Schröders werben will, schlossen sich Persönlichkeiten wie der Soziologe Oskar Negt und der Sänger Klaus Meine von der Rockgruppe "Scorpions" zusammen.

Auch zehn Betriebsräte verschiedener Branchen riefen eine Initiative "Arbeitnehmer für Schröder" ins Leben. Der Kanzler habe bewiesen, dass Arbeitnehmerinteressen bei ihm gut aufgehoben seien, hieß es in dem Aufruf der Gruppe. Manager großer Firmen kritisierten in der "Welt am Sonntag" hingegen den mangelnden Reformeifer der Regierung.

Die beiden Fernsehduelle zwischen Stoiber und Schröder sollen nach einem "Spiegel"-Bericht im Studio Babelsberg in Potsdam stattfinden. Die Regie der Streitgespräche soll in den Händen von Volker Weicker liegen, der bereits bei Box-Übertragungen Regie geführt hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%