Galdeano in Gelb zum Zeitfahren
Tour: Kroon verdirbt Franzosen den 14. Juli

Drei Niederländer mit Etappensieger Karsten Kroon an der Spitze verdarben den Gastgebern im Ziel der 8. Etappe in Plouay den französischen Nationalfeiertag. Zum Ende der ersten Tour- Woche konnte sich im Rückblick aber auch Erik Zabel mit seinem Gelben Trikot von Reims und dem Etappensieg von Alencon zu den Hauptdarstellern der vergangenen acht Tage zählen.

HB PLOUAY. Genau wie der Spanier Igor Gonzalez de Galdeano, der am Sonntag nach 217,5 km im Ort der Rad-WM von 2000 sein Gelbes Trikot zum vierten Mal verteidigte. Der Weltranglisten-Spitzenreiter Zabel zog zum siebten Mal das Grüne Trikot an.

Der dreifache Tour-Sieger Lance Armstrong findet sich bei der 89. Tour de France vorerst in gänzlich ungewohnter Rolle des Pechvogels wieder. Der Texaner war am Samstag in einen der beiden Massenstürze 5 km vor dem Ziel verwickelt und büßte 27 Sekunden ein. Beim Einzelzeitfahren am Montag über 52 km von Lorient nach Lanester steht er beim Kampf um sein zweites "Maillot Jaune" nach dem Prolog-Sieg in Luxemburg 34 Sekunden hinter Galdeano schon ein bisschen mit dem Rücken zur Wand. "Wenn Galdeano einen Supertag hat, mich am Montag schlägt und mit Vorsprung in die Pyrenäen geht, muss ich meine Taktik ändern", kündigte Armstrong an.

Der Weltcup-Gewinner Erik Dekker feierte in Plouay ein bemerkenswertes Comeback. Der Drittplatzierte, der einen harten Weg bis zu seinem Tour-Start zurückzulegen hatte, ebnete seinem Teamkollegen den Weg zum Sieg. Bei Mailand-San-Remo war er im März schwer gestürzt, zog sich einen Bruch im Beckenbereich zu und war mehrere Monate ausgefallen. Seine Vorstellung in Plouay kam einem kleinen Wunder gleich. Der Niederländer, der 2000 drei Tour-Etappen gewonnen hatte, war Mitglied einer siebenköpfigen Ausreißergruppe, die sich nach 108 km der bisher längsten Etappe zusammengefunden hatte.

Teamwork bei Rabobank

Die Flüchtlinge hatten teilweise über sechs Minuten Vorsprung und retteten davon bei der Fahrt durch die Bretagne 1:55 Minuten Sekunden ins Ziel. Dekker hatte mehrmals attackiert, war zwischenzeitlich schon scheinbar chancenlos aus der Spitzengruppe zurückgefallen, fuhr im Finale auf einer Kilometer langen Steigung aber bravourös für Kroon, der seinen Landsmann Serven Knaven im Schlussspurt auf den zweiten Platz verwies. Zabel landete im Spurt des Hauptfelds hinter Robbie McEwen (Australien) auf dem 9. Rang.

Der französische Liebling Laurent Jalabert konnte seine Erfolgsserie der vergangenen Touren nicht fortsetzen und blieb am Nationalfeiertag ohne Sieg. Die Franzosen, seit einigen Jahren von ihren Fahrern nicht mehr verwöhnt, warten bei dieser 89. Auflage weiter auf ihren ersten Etappensieger. Den letzten Tour-Sieg für die Grande Nation holte Bernard Hinault vor 17 Jahren - ein Nachfolger ist weit und breit nicht in Sicht. Der 3. Platz des Nachwuchsfahrers Nicolas Fritsch bei der Tour de Suisse im Juni war das international herausragende Ergebnis der laufenden Saison aus Sicht der Franzosen.

Rippenprellung bei Aldag

Eines der Sturzopfer der 7. Etappe von Bagnoles-de-L'Orne nach Avranches am Samstag war neben Jalabert auch der Ahlener Rolf Aldag. Er trat am Sonntag trotz einer Rippenprellung an und hielt trotz großer Probleme durch. Vor dem Start hatte er Schmerztabletten erhalten. "Ob er weiter fahren kann, ist noch nicht zu sagen. Es kommt auch darauf an, wie er die Schmerzen aushalten und wie er schlafen kann", sagte Telekom-Arzt Lothar Heinrich im Ziel in Plouay.

Härter als Aldag hatte es auf der vom Australier Bradley McGee gewonnenen 7. Etappe vor Avranches Doppel-Weltmeister und Etappensieger Oscar Freire (Spanien/Rückenverletzung) sowie den ehemaligen französischen Titelträger Didier Rous (Schlüsselbeinbruch) erwischt. Beide konnten am Sonntag nicht mehr antreten. Die erste Tour-Woche ist seit jeher von großer Nervosität geprägt. Enge Straßen, scharfe Kurven, hohe Geschwindigkeit auf den Flachetappen und unübersichtliche Kreisverkehre waren weitere Gründe für die Sturzserie, die am Samstag ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte.

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