"Galdeano wie Indurain"
Jaksche gehört ein Stück vom Gelben Trikot

Nach dem Sieg seines Once-Teams im Mannschafts-Zeitfahren bei der 89. Tour de France von Epernay nach Château Thierry gehört dem ehemaligen Telekom-Fahrer Jörg Jaksche zumindest ein Zipfel des Gelben Trikots seines Kapitäns Igor Gonzalez de Galdeano.

HB SOISSONS. Vor zwei Jahren wurde Jörg Jaksche beim Team Telekom ausgemustert. Am Mittwoch hatte der lange Arzt-Sohn aus Ansbach in der Champagne großen Anteil daran, dass sein ehemaliger Team-Kollege Erik Zabel sein Gelbes Trikot nach 24 Stunden wieder verlor. Nach dem Sieg seines Once-Teams im Mannschafts-Zeitfahren bei der 89. Tour de France von Epernay nach Château Thierry gehörte Jaksche zumindest ein Zipfel des Gelben Trikots seines Kapitäns Igor Gonzalez de Galdeano. Außerdem konnte sich der 25-jährige Franke bei seiner vierten Tour den ersten Tagessieg und damit den wichtigsten Erfolg seiner fünfjährigen Karriere gut schreiben. Trotzdem blieb er bescheiden und Realist.

"Galdeanos Sekunden-Vorsprung im Gesamt-Klassement vor Lance Armstrong bedeutet natürlich noch nicht viel. Aber unser Erfolg gibt uns Auftrieb für das erste Einzelzeitfahren am kommenden Montag und für die Berge", sagte der Militär-Weltmeister im Zeitfahren von 1997. Mit "uns" meinte er vor allem die Spanier Galdeano und den Vorjahres- Dritten Joseba Beloki. "Natürlich ist Armstrong auch in diesem Jahr wieder Top-Favorit. Aber wir können ihn herausfordern. Wir müssen ihn zu Fehlern zwingen", so Jaksche, der besonders vom Deutschland-Tour- Sieger Galdeano viel hält: "Er kann alles. Er ist stark im Zeitfahren, stark am Berg."

Jaksches Zimmer-Nachbar Galdeano ist seit 1995 (Miguel Indurain) der erste Spanier in Gelb und hat nach Meinung des Ansbachers "auch Indurains Qualitäten". Eigene Ambitionen hat Jaksche, der nach Polti (Italien) und Telekom dem dritten Arbeitgeber dient, keine. "Die Rollen sind bei uns klar verteilt: Erst kommt Teamchef Manolo Saiz, dann Beloki, dann Galdeano und dann der Rest, zu dem ich gehöre." An das Gelbe Trikot - nach dem Mannschafts-Zeitfahren nur 12 Sekunden entfernt - denkt er nicht wirklich, weil er weiß, wie die Gewichte verteilt sind: "Ich bin hier nur für die Mannaschaft da. Auch ein Tagessieg für mich ist schwer vorstellbar, weil es diesmal so genannte Überführungs-Etappen durchs Mittelgebirge nicht gibt."

Den Gang nach Spanien - er wohnt weiter in Ansbach - hat Jaksche nie bereut. Mit einem Vertrag bis 2004 ausgestattet, kann er der näheren Zukunft mit Ruhe entgegen blicken. Manche seiner ehemaligen Telekom-Kollegen sind zur Zeit nicht so privilegiert und auch das Regime im Team ist nicht so streng wie er es aus früheren Tagen kannte. "Wir trinken abends zum Essen immer unsere zwei, drei Flaschen Rotwein zu neunt. Wenn es tagsüber mal Ärger gab, ist der dann schnell vergessen", sagte Jaksche, der rigoroser Diät verdankt, dass von seinem dünnen Körper im Vergleich zu Telekom-Zeiten noch ein Mal "drei bis fünf Kilo" verschwunden sind. "Ich komme jetzt besser über die Berge und bin auch konstanter geworden: Ich habe in diesem Jahr fünf Rundfahrten bestritten und kam in der Endabrechnung immer unter die ersten zehn."

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