Galoppierende Inflation
Ökonomen warnen vor Überhitzung der rumänischen Konjunktur

Rumäniens Wirtschaft boomt so stark, dass der Internationale Währungsfonds (IWF), Forschungsinstitute und Ratingagenturen bereits vor einer Überhitzung warnen. Gebremst wird der Boom vor allem durch den empfindlichen Mangel an Facharbeitern in einigen Wirtschaftszentren des Landes. Anlass zur Sorge gibt aber auch ein anderer Punkt.

BUKAREST. „Selbst die Abwertung der rumänischen Währung und die steigenden Zinsen haben bisher nicht zu einer Abkühlung geführt“, sagt Gabor Hunya vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW). Die Löhne stiegen zu schnell, die Inflation sei zu hoch und der Kreditboom treibe die Nachfrage zusätzlich, betont Hunya. Der Ökonom fordert deshalb Stabilisierungsmaßnahmen von der neuen Regierung, die sich nach der Wahl im Herbst formieren wird.

Im ersten Halbjahr 2008 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut Statistikamt INS um 8,8 Prozent. Das ist der höchste Anstieg in der rumänischen Geschichte; in der EU übertrifft derzeit nur die Slowakei diese Rate. Beobachter in Bukarest erwarten, dass das nationale Forschungsinstitut CIP seine bisherige Wachstumsprognose von 6,5 Prozent für 2008 bald nach oben korrigieren wird. Die EU-Kommission rechnete in ihrer Frühjahrsprognose nur mit 6,2 Prozent Wachstum für das laufende Jahr.

Die wichtigsten Stützen der boomenden Konjunktur sind die Baubranche und der Dienstleistungssektor. Auch die Produktion leistet einen großen Beitrag, obwohl sie derzeit einen gravierenden Strukturwandel durchläuft. Während die Textil- und die Lederwaren-Industrie auf dem Rückzug sind, etablieren sich Autozulieferer, die Produzenten von Baugeräten und -materialien oder die Kommunikationsindustrie als Zukunftsbranchen.

Nachdem die Investitionsrate im vergangenen Jahr um 26 Prozent zulegte, erwarten Ökonomen für dieses Jahr ein Plus von mindestens 30 Prozent. Rumänien rückt dabei zunehmend in den Fokus ausländischer Investoren. So beträgt der Anteil des ausländischen Kapitals an der Produktion inzwischen 59 Prozent und am Export sogar 75 Prozent.

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