Gangster befinden sich in der Ukraine
Eine Geisel konnte fliehen

Drei Bankräuber haben am Mittwoch mit ihren Geiseln ihre dramatische Flucht fortgesetzt.

dpa/rtr WARSCHAU/ UELZEN. Die bewaffneten Bankräuber aus dem niedersächsischen Wrestedt haben auf ihrer Flucht Polen verlassen. Sie fuhren in die Ukraine. Das teilte die polnische Polizei mit.

Nach dem Bankraub im niedersächsischen Wrestedt ist eine der beiden Geiseln nach Polizeiangaben frei. Der Frau sei während eines Stopps an einer Tankstelle in der Nähe des ostpolnischen Ortes Piaski die Flucht gelungen, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg. Die Frau sei unverletzt. Um welche der beiden 25 und 39 Jahre alten Geiseln es sich handelt, war zunächst unklar.

Die Frau habe zum Tanken aussteigen müssen und sei dann weggelaufen. Die Täter hätten nicht versucht, ihr zu folgen, sagte der Sprecher. Sie hätten ihre Flucht fortgesetzt. Die Männer seien mit dem silberfarbenen Auto nun in östlicher Richtung unterwegs und steuerten auf die polnisch-ukrainische Grenze zu. Jürgen Heinle von der Bezirksregierung Lüneburg sagte, die drei Bankräuber seien am Vormittag mit ihren zwei weiblichen Geiseln im Raum Lublin unterwegs gewesen. Die Stadt liegt etwa 70 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Man hoffe, dass sie an einem Durchbruch über die ukrainische Grenze gehindert werden könnten. Mittlerweile gingen die Sicherheitskräfte davon aus, dass die Täter von vorn herein nach Osteuropa fliehen wollten.

Entflohene Geisel in Lubliner Krankenhaus

Die 39 Jahre alte Bankangestellte wird in einem Krankenhaus in Lublin behandelt. Sie sei körperlich unverletzt, stehe jedoch unter Schock, sagte Thomas Läufer von der deutschen Botschaft in Warschau. "Die Frau ist verständlicherweise seelisch sehr mitgenommen."

Sie soll noch am Mittwochnachmittag nach Warschau geflogen werden, sagte Läufer. Wenn sie transportfähig sei, könne sie dann schnell nach Deutschland weitergeflogen werden. Die Frau sei in Lublin von der Polizei vernommen worden. Ihre 25-jährige Leidensgenossin befindet sich noch immer in der Gewalt der Bankräuber, die inzwischen in der Ukraine ihre Flucht fortsetzten.

Das Fluchtfahrzeug werde von deutschen und polnischen Polizeiwagen sowie einem Hubschrauber verfolgt, sagte ein polnischer Polizeisprecher am Mittwoch. In Warschau sei ein Krisenstab gebildet worden. "Wir tun alles, um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Warschau sagte am Mittwoch im polnischen Rundfunk: "Wir schließen nicht aus, dass ein Verhandlungsführer eingesetzt wird". Die polnische Polizei betonte immer wieder die gute Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums hob hervor, mit Rücksicht auf die Geiseln müsse man behutsam vorgehen. Aus diesem Grund sei man auch mit Informationen zurückhaltend.

Der Banküberfall hatte nach Angaben der Polizei am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr begonnen. Eine Anwohnerin beobachtete, wie eine Bankangestellte der Kreissparkasse in Wrestedt von einem Maskierten in die Bank zurück gedrängt wurde, und verständigte daraufhin die Polizei. Beim Eintreffen der Beamten in der Filiale habe sich herausgestellt, dass drei maskierte und bewaffnete Täter die beiden Frauen und einen Mann als Geiseln genommen hätten.

Die Polizisten seien aufgefordert worden, ihre Pistolen abzulegen. Die Bankräuber hätten einer Geisel eine Waffe an den Kopf gehalten und gedroht, sie zu erschießen. Zum Schutz der Geisel seien die Polizisten der Forderung nachgekommen. Die Männer seien dann mit den beiden Frauen und einer noch unbekannten Geldsumme in einem Auto geflüchtet.

Die Geiselnehmer hätten in der Nacht bei Breslau den Kurs Richtung Warschau gewechselt, sagte eine Polizeisprecherin. In den Morgenstunden seien sie in der Nähe von Lodz gewesen. Die Täter hatten gegen Mitternacht die deutsch-polnische Grenze am Autobahnübergang Frankfurt (Oder) durchbrochen. Das Fluchtfahrzeug habe sich zunächst in Richtung Posen bewegt und dann Kurs auf Breslau genommen. In der Nähe der schlesischen Stadt wechselten die Täter dann erneut den Kurs Richtung Warschau, und bei Lodz drehten sie Richtung ukrainischer Grenze.

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