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Gartner: Lenovo wird es nach IBM-Deal schwer haben die neue Stellung zu halten

Der chinesische Computerhersteller Lenovo wird es nach dem Kauf der PC-Sparte von IBM für 1,75 Mrd. Dollar laut Gartner-Analystin Leslie Fiering schwer haben, die Position als drittgrößter PC-Bauer zu halten.

dpa-afx FRANKFURT. Der chinesische Computerhersteller Lenovo wird es nach dem Kauf der PC-Sparte von IBM für 1,75 Mrd. Dollar laut Gartner-Analystin Leslie Fiering schwer haben, die Position als drittgrößter PC-Bauer zu halten. "Die größten Schwierigkeiten für Lenovo dürften darin liegen, dass die Chinesen außerhalb ihren Heimatmarktes keinerlei Erfahrung mitbringen", sagte Fiering am Mittwoch. Lenovo verfüge noch nicht über die Managementstrukturen, die notwendig seien, um bei einem eingefahrenen Team wie IBM das Ruder zu übernehmen.

Lenovo werde Probleme haben, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten, sagte Fiering. Das Ziel der Chinesen, mit dem Kauf des bekannten Markennamen IBM, einschließlich der Entwicklungsabteilung, in das margenträchtigere Hochpreissegment einzusteigen ist angesichts des Preisdrucks nicht leicht zu erreichen.

"Dell Wird Kunden Aufschnappen"

Nach dem Verkauf wird allgemein eine Zeit der Wirren und Unruhe erwartet, bis Lenovo den Zukauf, der weltweit drei Mal so viele Computer verkauft wie Lenovo selbst, in den Griff bekommen hat. Marktführer Dell , der seinen Konkurrenten dank einer starken Position bei Firmenkunden und einer sehr niedrigen Kostenstruktur einen Schritt voraus ist, dürfte am stärksten von dieser Situation profitieren. Ein Teil des Marktanteils, der bisher von IBM gehalten wurde, könnte von Dell aufgeschnappt werden.

Einige Analysten rechnen damit, dass bis zu 40 Prozent der Kunden das Vertrauen in IBM unter neuer Führung verlieren und zu Dell oder anderen Wettbewerbern abwandern werden. Dell verfügt derzeit über 18 Prozent Weltmarktanteil. HP folgt mit 16 Prozent, IBM steht an dritter Stelle mit sechs Prozent. Lenovos Anteil von zwei Prozent stammt beinahe ausschließlich aus China.

IBM Stösst Marginal Profitable Sparte AB

Analysten sehen auch IBM selbst als einen Gewinner dieser Transaktion. Die PC-Sparte ist nur geringfügig profitabel und gilt seit geraumer Zeit als Last für die Profitabilität des Konzerns. Der Verkauf der PC-Sparte, in der IBM viele Jahre Pionier war, zeige, dass Unternehmenschef Sam Palmisano den Umbau des Konzerns in die Hand nehme, um sich auf margenstarke Geschäfte zu konzentrieren.

Denn die gegenwärtigen zweistelligen Wachstumsraten werde es nicht ewig geben, sagte Fiering. "Ab 2006 sehen wir einen Rückgang auf prozentual einstelliges Wachstum", sagte sie. Bei den Geschäften Server, Software, Computerchips und Dienstleistungen, auf die sich IBM nun konzentriere, werde das Wachstum auf mittlere Sicht deutlich höher liegen als im Pc_geschäft.

IBM Steigert Bruttomarge Durch DEN Verkauf

Aus dem Verkauf verbucht IBM einen Vorsteuergewinn zwischen 900 Mill. und 1,2 Mrd. Dollar. Der Verkauf wird im zweiten Quartal abgeschlossen und bei IBM zu Buche schlagen. IBM-Finanzvorstand Mark Loughridge rechnet allein durch das Abstoßen des PC-Geschäfts mit einem Anstieg der Bruttomarge um drei Prozent.

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