Gas und Wasser
Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser. . .

Eine effiziente und nachhaltige Wasserver- und Abwasserentsorgung ist eine weltweite Herausforderung. Die ehemaligen Planwirtschaften Mittel- und Osteuropas stehen derzeit vor der Aufgabe, infrastrukturelle Sicherheit aufzubauen. Dabei spielt der Wassersektor eine wichtige Rolle.

HAMBURG. Doch gerade dieser befindet sich in einem prekären Zustand. Investitionen in Leitungssysteme wurden über Jahre hinweg verzögert oder unterlassen. Hohe Leitungsverluste, ausbleibende Versorgungs- und Entsorgungsleistungen sowie eine niedrige Wasserqualität gehören zum Alltag.

Die Europäische Bank für Wiederaufbau (EBRD) und die Weltbank sehen die hauptsächlichen Schwachstellen in fehlenden finanziellen Ressourcen, der ausbleibenden Gewinnorientierung und im unzureichenden Finanzmanagement der Versorgungsunternehmen, die in den meisten Fällen zu fast 100 Prozent in öffentlicher Hand sind. Hinzu kommen organisatorische Probleme der lokalen Wassermärkte wie geringe, nicht kostendeckende Tarife, keine oder inadäquate Verbrauchsmessung sowie der hohe Grad an politischer Regulierung. Vor diesem Hintergrund haben zahlreiche Länder Mittel- und Osteuropas mit Unterstützung internationaler Förderbanken und Berater bereits damit begonnen, die Struktur ihrer Wasserwirtschaft den gegenwärtigen Erfordernissen anzupassen.

Restrukturierung notwendig

Im ersten Schritt erfolgt eine Restrukturierung, das heißt eine Reform des rechtlichen und regulatorischen Umfeldes einschließlich der Tarifstruktur sowie der formalen Institutionen. Diese ist Voraussetzung für die Entwicklung von geeigneten Public-Private-Partnership-Projekten, bei denen private Investoren Know-how und Kapital in öffentliche Versorgungsunternehmen investieren. Die Beteiligung privater Investoren in den relevanten Ländern variiert stark, wobei die EU-Beitrittskandidaten bisher das größte Investitionsvolumen anziehen konnten. Im internationalen Vergleich zeigt sich die dominierende Position französischer Versorger.

Das Engagement deutscher Unternehmen ist durch die zunehmende Internationalisierung des deutschen Wassermarktes zwar gestiegen aber im internationalen Vergleich immer noch gering. Dies ist auf die vergleichsweise teure deutsche Technologie und vor allem darauf zurückzuführenun, dass der internationale Markt Projektplanung, -finanzierung, -bau und-betrieb aus einer Hand fordert. Die Struktur des deutschen Wasser- und Abwassermarktes mit rund 6.000 vorwiegend kommunalen Versorgern, die an kommunalrechtliche Bestimmungen wie das Örtlichkeitsprinzip und das Verbot des Risikokapital-Engagements gebunden sind, wird diesen Anforderungen jedoch nicht gerecht.

Länderspezifische Risiken

Im Hinblick auf Investitionen in die Wasser- und Abwasserinfrastruktur von Transformationsländern sieht sich der potenzielle Investor darüber hinaus länderspezifischen Risiken ausgesetzt. Neben Erfolgsrisiken wie beispielsweise Veränderungen der Währungsparitäten und der Zinskonditionen besteht ein operationales Risiko in Form von Leistungsdaten und Betriebskosten des jeweiligen Wasser- und Abwassersystems. Ferner sind politische Risiken als Unsicherheitsfaktor zu sehen. Derartige Risiken können Unternehmen und private Finanzierungsinstitute in der Regel nicht allein abdecken. Da der Markt meist keine ausreichenden Absicherungsmöglichkeiten bietet, muss generell auf nationale und supranationale Institutionen als Risikoträger zurückgegriffen werden. Diese sind aufgrund übergeordneter öffentlicher Ziele bereit, als Finanzierungs- oder Versicherungsagent einzutreten.

Die großen Förderbanken engagieren sich sehr stark im Bereich Wasser und Abwasser und haben bereits in der Vergangenheit zahlreiche Projekte erfolgreich realisiert. Neben den klassischen Ausfuhrgewährleistungen haben speziell deutsche Unternehmen die Möglichkeit, Direktinvestitionen im Ausland gegen politische Risiken abzusichern. Äquivalent zu den Bundesgarantien gibt es zudem noch Bürgschaftsprogramme einzelner Bundesländer. Darüber hinaus existieren zahlreiche Finanzierungsprogramme wie langfristige, zumeist nachrangige und zinsgünstige Darlehen, Garantieübernahmen zu Gunsten lokaler Banken und nicht zuletzt Eigenkapitalbeteiligungen. Zudem beteiligen sich einzelne Institute an projektvorbereitenden und-begleitenden Maßnahmen.

Oft sind es Kombinationen verschiedener nationaler und internationaler Programme unter Einbeziehung kommerzieller Kredite, die eineBeteiligung privater Unternehmen an internationalen Wasserprojekten in dieser Region ökonomisch sinnvoll erscheinen lassen. Das Engagement in den Transformations-Ländern in Mittel-und Osteuropa bleibt auch in Zukunft risikoreich, aber das Risiko ist kalkulierbar.

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