Gasgeschäft leicht rückläufig
RWE mit überraschend gutem Ergebnis

Der Energiekonzern RWE hat im ersten Quartal 2002 ein von Analysten unerwartet hohes Betriebsergebnis von 1,3 Milliarden Euro erzielt und rechnet für das Gesamtjahr mit weiteren Steigerungen bei Umsatz und Ertrag.

Reuters ESSEN. Das Betriebsergebnis lag um 11,2 % über dem Vergleichswert des Vorjahres von 1,2 Mill. ? und um knapp sieben Prozent über den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten in einer Reuters-Umfrage.

RWE führt die Ergebnisverbesserung in seinem am Mittwoch in Essen verbreiteten Zwischenbericht vor allem auf die positive Entwicklung im Kerngeschäft Energie und dort vor allem auf das Geschäftsfeld Strom zurück. Dort habe der Gewinn um die Hälfte gesteigert werden können. Mit vergleichsweise geringeren Wachstumsraten folgten die Geschäftsfelder Umweltdienste (plus zwölf %) und Wasser (plus fünf %).

Im Gasgeschäft war der Gewinn den Angaben zufolge um zehn Prozent zurückläufig, was RWE mit niedrigeren Preisen bei Öl- und Gas begründet. Diese hätten nicht durch die seit Jahresbeginn konsolidierte Gas-Tochter Thyssengas kompensiert werden können.

Mit den Erstkonsolidierungen - neben Thyssengas unter anderem noch die Kohle-Handelstochter SSM Coal - begründet RWE auch den fünfprozentigen Umsatzanstieg auf 14,7 Mrd. ?. Bereinigt um diese Sondereffekte sei der Umsatz um ein Prozent gestiegen, hieß es. RWE liefert als Vergleichsbasis der neuesten Zahlen Pro-forma-Daten für das erste Quartal 2001. Diese berücksichtigen etwa, dass die Bautochter Hochtief seit Jahresbeginn bei RWE nicht mehr im Konsolidierungskreis vertreten ist.

Industrie-Töchter dämpfen Gewinnerwartungen

Von seinen nicht mehr zum Kerngeschäft gerechneten Industriebeteiligungen erwartet RWE im Geschäftsjahr 2002 eine deutlich schlechtere Ertragslage. Zu diesen Töchtern gehören neben Hochtief, die Heidelberger Druckmaschinen AG und die 50-Prozent-Beteiligung am Tankstellen-Joint-Venture der eigenen Dea mit Shell. Diese Belastungen sollen aber durch den weiteren Aufwärtstrend im deutschen Strommarkt einerseits und die Einbeziehung neuer Tochtergesellschaften andererseits mehr als ausgeglichen werden. Insgesamt erwartet RWE den Angaben zufolge ein höheres Betriebsergebnis im laufenden Jahr.

Für 2002 ist beim zweitgrößten deutschen Versorger die Konsolidierung des tschechischen Gasversorgers und Pipelinebetreibers Transgas sowie die des britischen Strom- und Gasversorgers Innogy vorgesehen. Die Übernahme von Innogy ist noch nicht abgeschlossen.

RWEs größter Konkurrent in Deutschland, die Düsseldorfer E.ON AG, hat ihren Quartalsbericht für Donnerstag angekündigt.

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