Gast-Kommentar
Weniger Glamour bei Banken-IT

Themen wie Mobile Banking und andere Vertriebsinnovationen werden in einigen Jahren Standard sein. Heute besteht die wesentliche Herausforderung für die IT-Verantwortlichen der Banken jedoch darin, die strukturelle Komplexität ihrer IT-Infrastruktur aufzubrechen.

Mehr als 20 Milliarden Euro investieren die deutschen Finanzinstitute jährlich in ihre Informationstechnologie. Ein Großteil dieser Investitionen ist in den vergangenen Jahren in neue Vertriebskanäle wie das Internet und Telefonbanking geflossen, um das alte Filialsystem auf die neuen Kundenanforderungen auszurichten. Mittlerweile wären die Banken gut beraten, systematisch mehr aus ihrer bestehenden Infrastruktur herauszuholen, anstatt ständig Neues aufzugreifen, sobald der Kostendruck nachlässt.

Themen wie Mobile Banking und andere Vertriebsinnovationen werden zwar in einigen Jahren Standard sein. Heute besteht die wesentliche Herausforderung für die IT-Verantwortlichen der Banken jedoch darin, die strukturelle Komplexität ihrer bestehenden IT-Infrastruktur aufzubrechen. Eine solide Flexibilisierung der monolithischen Altsysteme anstatt glamouröser Hype-Projekte ist gefordert.

Die aktuellen Kostensenkungsprogramme bringen hier keine Lösung. Mit ensprechenden Initiativen haben alle Finanzinstitute Einsparungen von bis zu 20 Prozent in der IT erzielt. Dem gegenüber stehen aber neue Anforderungen an die IT, die das eigentliche Strukturproblem noch verschärfen, weil diese Themen in den Alt-Architekturen realisiert werden.

Ein Großteil des IT-Innovationsbudgets muss daher zwingend für Renovierungsprojekte mit begrenzten Risiken, überschaubaren Budgets sowie schnellem, realistischem Payback eingesetzt werden, vor allem durch Enterprise-Application- Integration (EAI) sowie den verstärkten Einsatz von neuer Standard-Software. Mit EAI auf Basis von Web-Services-Modellen und XML werden die Altsysteme mit ihrem Wildwuchs an Anwendungen und Schnittstellen modernisiert. Schnittstellenstandardisierung schafft die Voraussetzung für Modularisierung. Dies ermöglicht eine Entschlackung von Anwendungen und redundanten Datenbeständen.

Die größten Hürden für den Einsatz von Standard-Software sind die umfangreichen Anforderungen, bei großen Instituten immer noch die Skalierbarkeit und die enormen Aufwände für eine Migration. Dennoch ist der Trend unverkennbar. Nischenanbieter genauso wie Platzhirsch SAP versuchen, auch bei den Kernsystemen der Finanzinstitute zunehmend eine größere Rolle zu spielen. Fazit: Finanzinstitute, die sich nicht mit Begriffen wie strukturelle Flexibilisierung, fokussierte Renovierung und Zentralisierung der Infrastruktur beschäftigen, sind in Gefahr, mit glamourösen Großprojekten zu scheitern.

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