Gastgeber soll Eröffnungsspiel bestreiten
OK will FIFA-Regel ändern

Das Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2006 soll Deutschland bestreiten. Das WM-Organisationskomitee will die Fifa davon überzeugen, dass in Zukunft nicht mehr der Titelverteidiger, sondern der Gastgeber in der ersten Begegnung der WM auf dem Platz stehen sollte.

dpa SEOUL. Die deutschen Organisatoren möchten das Rad der WM- Geschichte zurück drehen: Bei den Titelkämpfen 2006 soll mit Deutschland erstmals nach 36 Jahren wieder der Gastgeber das Eröffnungsspiel bestreiten. 1970 war dies Mexiko zuletzt vergönnt, seit der ersten WM auf deutschem Boden im Jahre 1974 ist die WM- Eröffnung stets dem Titelverteidiger vorbehalten. Da der Weltmeister nach einer Regeländerung des Weltverbandes FIFA künftig nicht mehr automatisch für die nächste Endrunde qualifiziert ist, sieht das WM- Organisationskomitee (OK) gute Chancen, die am Freitag auf einer Pressekonferenz in Seoul präsentierte Idee umsetzen zu können.

Das OK will nach der Endrunde in Südkorea und Japan Gespräche mit der FIFA führen. "Dies haben wir bisher noch nicht getan, aber es ist noch genügend Zeit", meinte OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach. Der WM-Spielplan wird erst im Mai 2004 festgelegt. Die Auslosung für die Endrunde vom 9. Juni bis 10. Juli 2006 findet im Dezember 2005 statt, wahrscheinlich in Leipzig. Das Eröffnungsspiel soll in München stattfinden, für das WM-Endspiel ist das Berliner Olympiastadion vorgesehen.

Die deutschen Organisatoren verteilten am Freitag noch einmal ein dickes Lob an die Ausrichter in Südkorea und Japan. Allerdings wolle man auch aus den begangenen Fehlern lernen. "Wir haben viel Positives gesehen. Die WM ist exzellent, aber nicht perfekt. Es gab einige Probleme bei der Kartenverteilung, das versuchen wir besser zu machen. Da wird es ein anderes System geben", sagte OK-Präsident Franz Beckenbauer. Der "Kaiser" hob besonders die Qualität der Stadien und die Gastfreundschaft in Asien hervor. "Die Freundlichkeit kann man nicht lernen. Ich will nicht sagen, wir Deutschen seien unfreundlich, aber hier ist sie ganz besonders", so Beckenbauer.

Etwas Besonderes soll auch die WM in vier Jahren werden. "Es ist kein Nachteil für den Fußball und die FIFA, dass die WM in Deutschland stattfindet. Vor allem in ökonomischer Hinsicht", verteidigte OK-Vizepräsident Fedor Radmann die Vergabe in das Land des dreimaligen Weltmeisters. Im "Herzen Europas" wolle man ein großes und friedliches Fest feiern. Um allen Fans die Teilnahme daran zu ermöglichen, soll das Preisniveau beim Ticketverkauf und dem Hotel-Angebot deutlich gesenkt werden. "Wir werden Kategorien anbieten, die sich jeder leisten kann", kündigte Radmann an.

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