Gastkommentar
Mehr Geld nur bei Erfolg

Ziel einer guten Corporate Governance muss der größtmögliche Erfolg des Unternehmens sein, von dem die Anteilseigner und die Beschäftigten gleichermaßen profitieren, meint Walter Döring, Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg und FDP-Vize.

Ziel einer guten Corporate Governance muss der größtmögliche Erfolg des Unternehmens sein, von dem die Anteilseigner und die Beschäftigten gleichermaßen profitieren. Grundlegende Voraussetzung dafür ist eine leistungsfähige Unternehmensführung und-kontrolle. Bei börsennotierten Unternehmen stehen Vorstand und Aufsichtsrat dafür in der Verantwortung.

Für mich ist es dabei ganz wichtig, dass die Prinzipien für die Corporate Governance weniger auf Gesetzen beruhen, sondern vielmehr von der Wirtschaft erarbeitet werden, denen sie sodann per Selbstverpflichtung folgt. Eingehaltene Selbstverpflichtungen sind nicht befolgten Gesetzen überlegen. Ich befürworte den Deutschen Corporate- Governance- Kodex, den die Wirtschaft im Februar 2002 vorgelegt hat, der Verhaltensempfehlungen insbesondere an die Vorstände und Aufsichtsräte börsennotierter Gesellschaften gibt. Der Kodex geht weit über die OECD-Leitlinien von 1999 hinaus. Was die Vergütungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats betrifft, sollten die beiden Prinzipien Erfolgsabhängigkeit und Transparenz im Vordergrund stehen. Durch den starken Einsatz variabler Vergütungsbestandteile muss eine enge Kopplung an den Unternehmenserfolg erreicht werden. Es muss transparent werden, ob Leistung und Vergütung in einem angemessenen Zusammenhang stehen.

Nach dem Kodex sollen die Vergütungen fixe und variable Bestandteile umfassen, wobei die variablen Vergütungsteile an den geschäftlichen Erfolg gebundene Komponenten und auch Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung enthalten sollten. Die Vergütungen sollen im Anhang des Konzernabschlusses, individualisiert und aufgeteilt nach Fixum, erfolgsbezogenen Komponenten und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung, offen gelegt werden.

Diese Empfehlungen sind noch zu allgemein gehalten. Es sollte überlegt werden, ob nicht ein Mindestanteil für die erfolgsabhängige Vergütungskomponente empfohlen werden sollten. Dieser Anteil sollte eine anspruchsvolle Höhe erreichen.

Walter Döring ist Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg und FDP-Vize

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