Gastregion ist die arabische Welt
300 000 Besucher zur Buchmesse erwartet

Die Frankfurter Buchmesse erwartet bis Sonntag knapp 300 000 Besucher. Die Zahl der Aussteller bei der weltgrößten Bücherschau stieg im Vergleich zum Vorjahr nur leicht an.

HB FRANKFURT. Knapp 6 700 Aussteller aus 111 Ländern würden in diesem Jahr rund 350 000 Buchtitel präsentieren, kündigte Messe-Direktor Volker Neumann kurz vor der Eröffnung der Schau an. Dies seien rund 50 Aussteller mehr als noch 2003. In Deutschland rechnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in diesem Jahr wegen der allgemeinen Kaufzurückhaltung mit einem stagnierenden Umsatz.

Gastregion der Buchmesse, die unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattfindet, ist die arabische Welt. Auch viele bekannte Exil-Autoren haben ihr Kommen angekündigt. Die Schau sollte am Abend von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Moussa, eröffnet werden.

Mehr als 200 arabische Schriftsteller werden in Frankfurt erwartet, darunter der syrische Dichter Adonis, der marokkanische Erzähler Tahar Ben Jelloun und die algerische Romanautorin Assia Djebar, die im Jahr 2000 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden war.

Vor der Bücherschau hatte es Kritik gegeben, die Arabische Liga als Messe-Partner habe lediglich regimetreue Schriftsteller nach Frankfurt eingeladen. Die Messe wies diese Vorwürfe jedoch zurück und erklärte, die Schau werde kein Podium für linientreue Hofdichter sein. Etliche der eingeladenen Schriftsteller lebten im Exil oder seien in manchen arabischen Ländern unerwünscht.

Auch Autoren aus Libyen, Marokko, Algerien, Kuwait und dem Irak werden vertreten sein, obwohl sich ihre Länder nicht an der gemeinsamen Präsentation der Arabischen Liga beteiligten. Schriftsteller wie der im deutschen Exil lebende Rafik Schami kündigten an, sie würden zwar zur Messe kommen, aber getrennt vom Programm der Arabischen Liga auftreten. Das größte Kontingent nach den 2800 deutschen Ausstellern stellen die Briten mit knapp 900 Ständen.

Für Messe-Direktor Neumann ist es vielleicht die letzte Schau, nachdem der Börsenverein seinen Vertrag überraschend nicht über das Jahr 2005 hinaus verlängert hatte. Neumann hatte der Messe seit seiner Berufung 2002 zahlreiche neue Impulse gegeben. Kritik erntete er jedoch für seinen Vorstoß, die Buchmesse wegen der extrem hohen Hotelpreise in Frankfurt möglicherweise nach München zu verlegen. Trotz Zusagen der Hoteliers gab es auch in diesem Jahr wieder Streit über die Zimmerpreise.

Die ersten Tage über ist die Buchmesse für das Fachpublikum reserviert, für die Öffentlichkeit ist die Schau am Wochenende geöffnet. Am Sonntag wird der ungarische Schriftsteller Peter Esterhazy in der Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

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