Gasverbrauch gestiegen
Ruhrgas senkt Preise

Erdgas ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch und lässt beim Branchenprimus Ruhrgas die Kassen klingeln.

Reuters/dpa ESSEN. Im vergangenen Jahr stieg der Gasabsatz bei Deutschlands größtem Gashändler um 3,3 Prozent auf 601 Milliarden Kilowattstunden. Gründe seien die insgesamt kühlere Witterung und eine gestiegene Anzahl von erdgasbeheizten Wohnungen, sagte Burckhard Bergmann, Vorstandsvorsitzende der Ruhrgas AG.

Für die Kunden von Ruhrgas, hauptsächlich weitere Großhändler sowie Stadtwerke, kündigte Bergmann nach einer Preissenkung um rund zehn Prozent zum April eine weitere Senkung der Preise um nochmal zehn Prozent zum Juli an. "Diese Senkungen werden die Stadtwerke jedoch nicht in vollem Umfang an Privatkunden weitergeben können", betonte Bergmann. Außerdem sei die kommende Juli-Senkung bei der letzten größeren Preissenkung für Privatverbraucher Anfang April vielfach bereits miteinbezogen worden.

Gasverbrauch nahm zu

Der Konzernjahresüberschuss kletterte vor allem durch höhere Preise um über 23 Prozent auf 491 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs entsprechend um 27 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro.

Insgesamt nahm nach Angaben des Unternehmens der Erdgasverbrauch in Deutschland im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent auf 962 Milliarden Kilowattstunden zu. 45 Prozent aller Wohnungen sind mittlerweile mit einer Erdgasheizung ausgestattet.

Für das laufende Jahr erwartet Bergmann ein stabiles Ergebnis. Entscheidend seien der Temperaturverlauf sowie die Entwicklung des Ölpreises, an die der Gaspreis gebunden ist. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres habe es einen witterungsbedingten Absatzrückgang um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gegeben.

Ruhrgas investierte im vergangenen Jahr 650 Millionen Euro, davon rund 60 Prozent in den Ausbau von Beteiligungen. In diesem Bereich werde das Unternehmen in Zukunft verstärkt investieren, sagte Finanzvorstand Friedrich Janssen. In Kürze werde die litauische Regierung über den Verkauf von 34 Prozent an der Gasgesellschaft Lietuvos Dujos entscheiden, die Ruhrgas gemeinsam mit Eon Energie erwerben will.

"Wir brauchen Eon"

Vor dem Hintergrund der Bemühungen des Energiekonzerns Eon um die Ruhrgas-Mehrheit bekräftigte Bergmann, Ruhrgas könne seine Wachstumsziele mit dem kapitalstarken neuen Eigentümer Eon viel besser erreichen als ohne Eon. Zum Einstieg eines solchen Großaktionärs gebe es auch keine Alternative. Selbst ein Börsengang der Ruhrgas biete mittelfristig nicht die Garantie, dass die neuen Eigentümer die jeweils nötigen Investitionen bereitstellten.

Für die Versorgungssicherheit sei es wichtig, dass sich Ruhrgas an Investitionen in die Infrastruktur der internationalen Gaswirtschaft beteiligte, sagte Bergmann. Allein die russische Gaswirtschaft benötigt nach seinen Worten in den nächsten 20 Jahren Investitionen zwischen 150 und 170 Milliarden Dollar. Angesichts der dünnen Kapitaldecke der heimischen Gazprom sei auch in der russischen Politik unstrittig, dass ausländisches Kapital nötig sei, sagte Bergmann.

Aus eigener Finanzkraft könne sich Ruhrgas nur vereinzelt an Großprojekten wie etwa dem Bau einer Pipeline beteiligen. Bergmann bekräftigte das grundsätzliche Ruhrgas-Interesse, den fünfprozentigen Anteil an Gazprom aufzustocken. Angesichts des hohen Börsenkurses sei dies aktuell aber sehr teuer.

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