Gattrix legt Angebote zusammen
Finanzportale warten auf bessere Zeiten

Die Flaute an den Börsen setzt auch die Finanzportale im Internet unter Druck. Die Zugriffszahlen gingen zuletzt dramatisch nach unten.

dpa-afx HAMBURG. So verzeichnete Onvista im Februar einen Einbruch von knapp 26 % bei der Zahl der angeklickten Seiten, bei Finanztreff gingen die Zugriffe binnen Monatsfrist um knapp 29 % zurück. Wallstreet:online registrierte ein Minus von rund 16 %. Dennoch geben sich die Betreiber der Finanzseiten gelassen und setzen auf bessere Zeiten.

In den kommenden Jahren dürfte jedoch der ein oder andere auf der Strecke bleiben. Die Analystin Patricia Neuhaus vom Marktforschungsinstituts Jupiter MMXI rechnet fest mit einer Konsolidierung unter den derzeit etwa 40 bis 50 Anbietern von Finanzinformationen im deutschsprachigen Internet. "Darunter sind auch viele kleine Unternehmen. Einige der Anbieter werden verschwinden", lautet ihre Prognose. "Außerdem wird es zu Kooperationen und Aufkäufen kommen."

Zugriffe entscheiden über Werbeeinnahmen



Die Zahl der Seitenzugriffe ist entscheidend für die Höhe der Werbeeinnahmen. Je mehr Klicks, desto teurer lassen sich Anzeigen verkaufen. Bei Wallstreet:online (Erkrath/Düsseldorf) wurden 1999 rund 70 % des Umsatzes von 2,1 Mill. DM mit Werbung erwirtschaftet, nur 25 % mit dem Verkauf von Inhalten. Der Verlust lag nach diesen letzten aktuellen Zahlen bei 3,2 Mill. DM.



"Wir werden wegen der Flaute an der Börse nicht umstrukturieren. Wir sind erfolgreich positioniert und hoffen auf bessere Zeiten", sagte Sprecher Jörg Kiveris. Das 1998 gegründete Unternehmen mit rund 110 Beschäftigten arbeitet mit einer eigenen Wirtschaftsredaktion, bietet eine Wertpapier-Handelsplattform, Diskussionsforen, Datenbanken und Kursinformationen.



Mit einem geänderten Angebot geht die Gatrixx AG Mitte April an den Start. Dann wollen die Berliner die Finanzseiten Gatrixx.de, Instock.de und Finanztreff.de zusammenlegen. "Diese Maßnahme hatten wir ohnehin geplant, das hat mit der Entwicklung an der Börse nichts zu tun", sagt die Sprecherin Stephanie Chevallier. "Die Segmentierung macht keinen Sinn mehr und treibt außerdem die Marketingkosten hoch, das können wir uns nicht mehr leisten."



Echtzeitkurse sind teuer



In Deutschland unterhält das Unternehmen mit 75 Mitarbeitern bisher sechs Finanzseiten im Internet - darunter auch eine Frauenfinanzseite. Zum Angebot gehören Nachrichten und Hintergrundberichte aus einer eigenen Redaktion, Interviews, Analysen, Kurse und Charts. Die Real-Time-Kurse sollen trotz hoher Kosten - allerdings in abgespeckter Form - beibehalten werden. gatrixx finanziert sich ebenfalls durch Werbung und den Verkauf von Inhalten, zu Umsatz- und Ergebniszahlen gibt es keine Angaben.



Im Gegensatz zu Wallstreet:online und Gatrixx bietet die Kölner Onvista AG kein eigenes redaktionelles Angebot. Informiert wird über Aktien, Fonds, Optionsscheine, geplante Börsengänge und Nachrichten aus der Finanzwelt. Außerdem kann der Surfer Real-Time-Kurse abrufen. "Unsere Zielgruppe ist der eher erfahrene Anleger, deswegen haben wir auch weniger unter der Börsenbaisse gelitten als andere", sagte Pressesprecherin Anja Seipp.



Im vergangenen Jahr schrieben die Kölner mit 125 festen Mitarbeitern erstmals schwarze Zahlen. Der Umsatz versiebenfachte sich auf 16,12 Mill. DM (8,2 Mill. Euro), gleichzeitig wurde ein Gewinn von 310 000 Euro erwirtschaftet. Haupteinnahmequelle war mit 53 % der Verkauf von Inhalten, 41 % der Erlöse resultierten aus Werbung. Das seit gut einem Jahr am Neuen Markt notierte Unternehmen peilt in diesem Jahr 20 Mill. Euro Umsatz an.

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