Gauss, Asclepion Meditech und PC-Ware mit hohen Kurszuwächsen
Anleger honorieren gute Nachrichten am Neuen Markt

Ohne Impulse aus den USA hat sich das Wachstumssegment der Deutschen Börse am Donnerstag gut behauptet. Der Nemax stieg um 1,1 Prozent auf 1235 Zähler, der Nemax 50 um ein Prozent auf 1312 Punkte. An der sonst wegweisenden Nasdaq wurde wegen des Thanksgiving Day nicht gehandelt.

HB FRANKFURT/M. Wer sich am Donnerstag von der weltgrößten Technologiebörse Nasdaq in New York eine Orientierungshilfe für das Geschäft am Neuen Markt erhoffte, wurde enttäuscht. Denn in New York ruhte der Aktienhandel wegen des Thanksgiving Day. Auf sich allein gestellt, bewies das deutsche Wachstumssegment Rückgrat - wenn auch bei vergleichsweise dünnen Volumina, die wohl auf die fehlenden Aktivitäten der amerikanischen Marktteilnehmer zurückzuführen war.

Die schlimmste Vertrauenskrise scheint überwunden zu sein. Dafür spricht zumindest, dass die Anleger durchaus wieder gewillt sind, positive Nachrichten zur Kenntnis zu nehmen und in Kurszuwächse umzuwandeln. So wurde für die Aktie des Laserspezialisten Asclepion-Meditec ein Aufschlag von über 47 % bezahlt, weil das Unternehmen seine Augenheilkunde-Sparte mit der Carl Zeiss Jena GmbH zusammenlegen wird. Die neue Gesellschaft wird nach Schätzungen gut 260 Mill. Euro umsetzen. Das ist mehr als das Fünffache dessen, was Asclepion alleine erreichen würde. Trotzdem können sich die Asclepion-Aktionäre eigentlich nur dann freuen, wenn sie noch nicht seit Anfang dabei sind. Denn trotz des gewaltigen Anstiegs vom Donnerstag notiert der Kurs noch nicht einmal bei der Hälfte des Ausgabepreises, den die Commerzbank im März 2000 auf 29 Euro festgelegt hatte.

Als Dienstleister in einer noch neuen und deshalb schwer zu bewertenden Branche ist die Aktie der Gauss Interprise noch deutlich tiefer gestürzt. Das seit Oktober 1999 gelistete Papier des Hamburger Spezial-Software-Anbieters notiert - bereinigt um einen Aktiensplitt - ziemlich genau bei einem Zehntel des Ausgabepreises. Ein Auftrag der Kölner DEVK-Versicherungsgruppe verlieh dem Kurs des gerade der Überschuldung entronnen Unternehmens neuen Schwung: Er legte um gut 45 % zu und nahm damit souverän die 1-Euro-Marke.

Kurzzeitig vom Handel ausgesetzt wurde am Abend die Aktie der insolventen Teamwork Information Management AG . Anschließend stiegen sie um 13,3 % auf 1,70 Euro. Das Unternehmen soll nach eigenen Angaben als erste Pleitefirma des Neuen Marktes auf dem Wege des Insolvenzplanverfahrens gerettet werden. Eine Kapitalherabsetzung und zwei Kapitalerhöhungen sollen Teamwork etwa 3,5 Mill. Euro einbringen. Läuft alles nach Plan, soll das Paderborner Unternehmen im Frühjahr 2002 schuldenfrei sein.

Soweit ist man beim neuesten Insolvenzfall am Neuen Markt, der Biodata AG , noch nicht. Trotzdem gibt es hier ebenfalls berechtigte Hoffnung. Das Land Hessen will sich an Gesprächen zur Rettung des überschuldeten Software-Hauses beteiligen, hieß es. Biodata stiegen daraufhin um 41,8 % auf 0,78 Euro.

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