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Gaza: Israel zu Zusammenarbeit mit Palästinensern bereit

Israel hat der neuen palästinensischen Führung erstmals eine Zusammenarbeit beim Abzug aus dem Gazastreifen in Aussicht gestellt. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Mark Regev, sagte am Montag, Bedingung dafür sei allerdings eine Bekämpfung des Terrors.

dpa TEL AVIV. Israel hat der neuen palästinensischen Führung erstmals eine Zusammenarbeit beim Abzug aus dem Gazastreifen in Aussicht gestellt. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Mark Regev, sagte am Montag, Bedingung dafür sei allerdings eine Bekämpfung des Terrors.

Vier Tage nach dem Tod von Präsident Jassir Arafat sagte Regev weiter: "Wenn es einen palästinensischen Partner gibt, sehen wir die Möglichkeit, die Räumung abzustimmen." Das Angebot zur Zusammenarbeit war ein erstes Signal für einen Kurswechsel der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern.

Israel habe nie ein Interesse daran gehabt, dass nach einem einseitigen Abzug Chaos im Gazastreifen ausbricht, betonte der Sprecher. "Wir sind sehr an einem glatten, sauberen Prozess ohne unerwünschte Nebenwirkungen interessiert", sagte Regev zu dem Abzug, der bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. Der israelische Außenminister Silwan Schalom hatte sich am Vorabend während einer Ansprache vor amerikanischen Juden ähnlich geäußert.

Unterdessen wurde am Montag ein weiteres Hindernis auf dem Weg zur Evakuierung von etwa 8 000 Siedlern aus dem Gazastreifen beseitigt. Der Finanzausschuss des Parlaments billigte die Überweisung von 35 Mill. Schekel (gut sechs Mill. Euro) für erste Schritte hin zu einem Abzug und den Beginn der Entschädigung der Siedler.

Der neue PLO-Chef Mahmud Abbas bemühte sich im Gazastreifen um eine Stabilisierung der angespannten Sicherheitslage. Am Vorabend waren zwei seiner Sicherheitsleute in Gaza erschossen worden, als es in einem Trauerzelt für Arafat zu einem Schusswechsel mit Getreuen des toten Palästinenserpräsidenten kam. Abbas wollte am Abend mit Vertretern von insgesamt 13 palästinensischen Fraktionen und bewaffneten Gruppen über Wege zur Wiederherstellung einer öffentlichen Ordnung beraten.

Die israelischen Menschenrechtsorganisation "Bezelem" warf der Regierung unterdessen am Montag vor, sie habe seit Beginn des Palästinenseraufstands vor vier Jahren grundlos Hunderte von palästinensischen Häusern zerstört. Dadurch seien weit über tausend Menschen obdachlos geworden. Durchschnittlich hätten für jeden Terrorverdächtigen zwölf unschuldige Personen ihr Obdach verloren.

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