GE platziert einen Bond über insgesamt elf Milliarden-Dollar
US-Firmen nutzen Zinsniveau für Anleiheemissionen

Immer mehr amerikanische Unternehmen gehen offenbar davon aus, dass die US-Notenbank bald die Leitzinsen erhöhen wird. Deshalb nutzen sie das noch niedrige Zinsniveau, um sich günstig am Anleihemarkt zu refinanzieren.

cü FRANKFURT/M. Im März haben US-Firmen bislang Anleihen über insgesamt 44 Mrd. $ begeben - das sind jetzt schon mehr als im gesamten Februar. Darunter waren große Bonds vom Bauholz- und Papierhersteller Weyerhaueser (5,5 Mrd. $) von der Telekomgesellschaft Sprint (5 Mrd. $) und vom Autokonzern General Motors (2 Mrd. $).

Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die US-Notenbank im Sommer anfangen wird, die Leitzinsen wieder zu erhöhen. "Für Unternehmen, die ähnlich denken, ist jetzt die beste Zeit, um noch große Anleiheemissionen unterzubringen", sagt Peter Garber, Stratege bei der Deutschen Bank in New York.

Prominentestes Beispiel für den Trend zu schnell platzierten großen Anleihen ist der Bond von General Electric. Der US-Mischkonzern hatte am Dienstag über seine Finanzierungstochter GE Capital eine Anleihe in drei Tranchen über insgesamt 11 Mrd. $ begeben. Ursprünglich war nur ein Volumen von 6 Mrd. $ geplant gewesen, doch General Electric nutze die große Nachfrage, um fast das Doppelte zu emittieren.

Die fünfjährige Tranche war am späten Abend mit einem Renditeaufschlag von 0,80 Prozentpunkten gegenüber der im November 2006 fälligen Staatsanleihe gepreist worden. Die 30-jährige Tranche bot einen Renditeaufschlag von 1,80 Prozentpunkten über der 30-jährigen US-Staatsanleihe. Außerdem gab es eine dreijährige variabel verzinste Tranche.

Domenick Fumai, Kreditanalyst bei BNP Paribas in New York, bezeichnet das Pricing als fair. Die große Nachfrage erklärte er damit, dass General Electric eines der wenigen Unternehmen ist, dass mit Dreifach-A die beste Bonitätsnote hat, die die Ratingagenturen vergeben. Gerade längerfristig orientierte Investoren würden mehr Wert auf die selten hohe Kreditwürdigkeit legen als darauf, dass bei steigenden Zinsen neue Papiere mit höherer Rendite auf den Markt kommen.

General Electric selbst - ein regelmäßiger und großer Anleiheemittent - habe mit der Mega-Emission auch das Vertrauen der Investoren gewinnen wollen, meint Fumai. Vor allem mit der 30-jährigen Tranche habe der Konzern ein Zeichen setzen wollen. Der Mischkonzern war wegen seiner komplizierten Struktur im Zuge der Enron-Krise zwischenzeitlich mit Argwohn betrachtet worden. Die Nachfrage gerade nach dem ersten 30-jährigen Papier war jedoch sehr hoch. Insgesamt gibt es nur wenige Anleihen mit dieser langen Laufzeit.

Die Anleihe von General Electric lautet ausschließlich auf Dollar. Damit ist sie der größte Dollar-Bond, der je begeben wurde. Der Telekomkonzern Worldcom hatte im vergangenen Mai eine Anleihe über insgesamt 11,9 Mrd. $ begeben und damit die bislang größte eines US-Unternehmens. Die Dollar-Tranche belief sich dabei jedoch auf "nur" 10,1 Mrd. $. Die größte Industrieanleihen in der Bond-Geschichte kam von France Télécom, die zweitgrößte von der Deutschen Telekom.

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