Gebäude und Höhlen in Schawar laut Pentagon zerstört: USA suchen neue Angriffsziele in Afghanistan

Gebäude und Höhlen in Schawar laut Pentagon zerstört
USA suchen neue Angriffsziele in Afghanistan

Nach einwöchigem Dauerbombardement wollen die US-Streitkräfte die Angriffe auf die ostafghanische Höhlenregion Schawar Kili einstellen. Die Luftwaffe habe die Gebäude und Höhlen in dem Gebiet weitgehend zerstört, sagte Pentagon-Sprecher Konteradmiral John Stufflebeem am Montag in Washington. Ziele für weitere Angriffe nannte er nicht.

ap KABUL/WASHINGTON. Die Vereinten Nationen und die afghanische Interimsregierung appellierten unterdessen an die internationale Gemeinschaft, die versprochenen Hilfen für das weitgehend zerstörte Land auch einzulösen.

Stufflebeem sagte, US-Truppen hätten das Gebiet von Schawar Kili inspiziert. Anschließend hätten Kampfjets 60 Gebäude und 50 Höhlen zerstört. Weiter sagte er, das Gebiet sei ein wichtiges Zentrum des Terror-Netzwerks El Kaida gewesen. Dorfbewohner berichteten dagegen, bei den Luftangriffen seien etliche Dörfer zerstört und dutzende Zivilisten getötet worden.

Stufflebeem deutete an, die Angriffe würden sich nun gegen andere Ziele richten. «Es ist nun an der Zeit, anderswo zu suchen», sagte er, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Aus Regierungskreisen verlautete, der Geheimdienst vermute, dass sich der Extremistenführer Osama bin Laden in Afghanistan oder Pakistan aufhalte.

Bei Kandahar entdeckten die US-Truppen ein Waffenlager in der Umgebung ihres Stützpunktes. Marineinfanteristen beobachteten nach Militärangaben sieben bewaffnete Männer in dem Gebiet und stießen bei ihren Nachforschungen auf ein Gebäude, das an ein Tunnelsystem angeschlossen war und Raketen, Mörsergranaten und Granatwerfer enthielt. Der US-Stützpunkt war am vergangenen Donnerstag beschossen worden, als die ersten El-Kaida-Kämpfer nach Guantanamo ausgeflogen wurden. Die zweite Gruppe von 30 Gefangenen traf am Montag auf dem US-Stützpunkt an der kubanischen Küste ein. Unter ihnen sind nach britischen Regierungsangaben drei Briten. Der britische Außenminister Jack Straw forderte die USA im Sender BBC auf, sich an die internationalen Bestimmungen zu halten.

Sechs Tage vor der Afghanistan-Geberkonferenz riefen die UN die internationale Gemeinschaft zu mehr Unterstützung auf. Der Sprecher des UN-Sondergesandten Lakhdar Brahimi, Ahmed Fausi, bemängelte, die Geberländer hätten im Dezember 20 Millionen Dollar (22,4 Millionen Euro) versprochen, aber bisher nur zwei Millionen Dollar ausgezahlt.

Der afghanische Wiederaufbauminister Amin Farhang sagte im ARD-Morgenmagazin, die Regierung könne die Gehälter ihrer Angestellten nicht zahlen. Es gebe Lohnrückstände von sechs Monaten. Kritik übte Farhang an Deutschland. Von den zugesagten Zahlungen habe er bisher nichts gesehen. Farhang zufolge benötigt das Land in den kommenden zehn Jahren zehn bis 15 Milliarden Dollar Aufbauhilfe.

Die USA haben für das erste Jahr 400 Millionen Dollar Aufbauhilfe angekündigt. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, Japan wolle in den kommenden 30 Monaten 400 bis 500 Millionen Dollar bereitstellen. Die zweitägige Konferenz beginnt am Montag in Tokio.

UN: Pakistan soll Grenze für Flüchtlinge öffnen

Die UN forderten Pakistan auf, die Grenze für über 13.000 afghanische Flüchtlinge zu öffnen, die auf afghanischer Seite unter freiem Himmel kampieren. Pakistan hat wiederholt erklärt, es könne keine weiteren Flüchtlinge mehr versorgen. Offiziell leben 1,2 Millionen Afghanen in Pakistan, die eigentliche Zahl wird jedoch sehr viel höher geschätzt.

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