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Gebote für Kirch Media bei 1,6 bis 2 Mrd. Euro

Vier Bietergruppen haben für Produktion und den Filmrechtehandel der insolventen Kirch Media nach Angaben aus Bankenkreisen Gebote von 1,6 bis 2,0 Mrd. Euro abgegeben.

Reuters FRANKFURT/MÜNCHEN.

Die Investmentbank UBS Warburg habe dem Gläubigerausschuss die Offerten am Mittwoch ohne Namensnennung vorgelegt. Dennoch seien die Konsortien klar: Neben der Commerzbank und Columbia, dem französischen Sender TF1 und dem US-Milliardär Haim Saban sowie den ehemaligen Kirch Media-Mitinhabern Lehman Brothers, Rewe und dem saudischen Prinzen Al-Waleed habe auch ein Konsortium der Verlage Bauer und Springer zusammen mit der Hypo-Vereinsbank (HVB) geboten. Dieses Konsortium habe sein Angebot auf 2 MRD. Euro und damit etwa auf das Niveau von Commerzbank/Columbia erhöht, hieß es in den Kreisen.

Ursprünglich wollte die Kirch Media-Geschäftsführung das Kerngeschäft des Medienkonzerns - bestehend aus Produktion, Film- und Sportrechtehandel und der Mehrheit an der profitablen Senderfamilie ProSiebenSat.1 Media - als Ganzes an einen Investor abgeben. Zum Teil waren die Angebote aber nur für den Filmrechtehandel und ProSiebenSat.1 gemacht worden. Der Gläubigerausschuss, in dem neben den vier Banken HVB, DZ Bank, Bayern LB, und Commerzbank unter anderem die US-Studios Columbia und Disney vertreten sind, hatte am Mittwoch grünes Licht für einen separaten Verkauf des Sportrechtegeschäfts gegeben.

Bauer/Springer/HVB wieder beim Bierterverfahren dabei


Zunächst war die Bietergruppe der Verlage Bauer und Springer zusammen mit der Hypo-Vereinsbank nicht in die engere Auswahl gekommen. Das Konsortium hatte den Sportrechtehandel schon bei ihrem vorläufigen Angebot von 1,4 Mrd. Euro außen vor gelassen. Nun hätten der Bauer-Verlag und die HypoVereinsbank im Auftrag des Konsortiums ein Angebot über rund zwei Milliarden Euro abgegeben und seien wieder mit dabei, hieß es in Bankenkreisen. "Ich habe den Eindruck, dass Bauer bei der Gruppe klar im Driver's-Seat sitzt." Die Beteiligten des Konsortiums wollten die genannten Summen nicht kommentieren.

Zwei Angebote für Sportrechtehandel


Für den Sportrechtehandel gibt es den Angaben zufolge zwei Offerten, wobei das Management der Schweizer Kirch Media-Tochter Kirch Sport AG, das von dem französischen Investor Robert Louis-Dreyfus unterstützt wird, nicht für das defizitäre Sportfernsehen DSF geboten habe. Leo Kirch selbst und der ehemalige Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn hätten allerdings auch Interesse an DSF bekundet und mit umgerechnet rund 340 Mill. Euro das höhere Angebot für das Sportrechtegeschäft abgegeben. Wer letztlich den Zuschlag für Kirch Media bekommt, soll erst in rund zwei Wochen entschieden werden. Es sei aber durchaus denkbar, dass die Sportrechtesparte, die unter anderem die Rechte an der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und der Fußball-Bundesliga vermarktet, früher verkauft werde als der große Rest von Kirch Media.

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